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Audi und sein chinesischer Partner FAW haben im gemeinsamen Unternehmen in China Verstöße gegen das Anti-Monopolgesetz eingestanden.

Audi und sein chinesischer Partner FAW haben im gemeinsamen Unternehmen in China Verstöße gegen das Anti-Monopolgesetz eingestanden. © Armin Weigel

Auto

Chinas Preiswächter weiten Ermittlungen gegen Autofirmen aus

Chinas Wettbewerbshüter nehmen die Autobranche in die Mangel. Dabei soll es insbesondere um deren Preisgestaltung gehen. Nach Ermittlungen gestanden Audi und sein chinesischer Partner FAW Verstöße gegen das Anti-Monopolgesetz in ihrem Gemeinschaftsunternehmen ein, wie Audi am Mittwoch auf Anfrage mitteilte.

Peking. e. "Das Audi-Joint-Venture FAW-Volkswagen hat bei den Untersuchungen eng mit den Behörden zusammengearbeitet und wird eine Strafe akzeptieren."

Gleichzeitig berichtete die Staatszeitung "China Daily" unter Berufung auf Ermittler, dass die Untersuchungen der Preiswächter auf mehr als 1000 Autobauer, Zulieferbetriebe und Händler ausgeweitet wurden.

Die Europäische Handelskammer warf chinesischen Wettbewerbshütern einen doppelten Standard vor. "In einigen Branchen wird nicht gegen chinesische Firmen für die gleichen Vergehen ermittelt", teilte die Kammer am Mittwoch mit. Außerdem seien bei Untersuchungen von Gemeinschaftsunternehmen teilweise nur die internationalen Partner, aber nicht die chinesischen Unternehmen öffentlich genannt worden.

Das Verfahren gegen das deutsch-chinesische Audi-Joint-Venture steht laut Medienberichten kurz vor einem Abschluss. Berichte über die mögliche Strafhöhe gingen weit auseinander. Auf 1,8 Milliarden Yuan (218 Mio Euro) bezifferte Chinas Wirtschaftspresse am Mittwoch die Strafe unter Berufung auf Branchenkreise. Grundlage wäre ein Prozent des Umsatzes der Marke Audi in China.

Stunden spätere legte die angesehene Pekinger Wirtschaftszeitschrift "21st Century Business Herald" mit einem Bericht nach, für den sie sich auf Behördenvertreter stützte. Demnach erwartet das Joint Venture ein Bußgeld von rund 250 Millionen Yuan (rund 30 Mio Euro). Elf Audi-Händler in der im Zentrum der Ermittlung stehenden Provinz Hubei würden zudem zu Geldstrafen zwischen jeweils 30 Millionen und 40 Millionen Yuan verurteilt.

Audi wollte sich nicht zu möglichen Strafzahlungen äußern. "Bitte verstehen Sie, dass wir den Vorgang nicht weiter kommentieren, solange die zuständigen Behörden die Untersuchung nicht abgeschlossen und veröffentlicht haben", teilte das Unternehmen lediglich mit.

Das Gemeinschaftsunternehmen von Audi und FAW soll Mindestpreise für Ersatzteile und Dienstleistungen festgelegt haben, hieß es in den Medienberichten. Das ist nach Chinas Wettbewerbsgesetz verboten. Die Preiswächter können Strafen zwischen ein und zehn Prozent des Umsatzes verhängen. Kooperiert das betroffene Unternehmen, dürfen die Wettbewerbshüter jedoch niedrigere Strafen ansetzen.

Audi versicherte seine Zusammenarbeit mit den Ermittlern. "Audi und FAW-Volkswagen legen größten Wert auf die Einhaltung aller Kartell- und Wettbewerbsgesetze", heißt es in der Mitteilung weiter. Gemeinsam mit dem chinesischen Partner werde das Unternehmen "Management-Prozesse in der Verkaufs- und Händlerstruktur optimieren, um ähnliche Vorfälle in der Zukunft vermeiden zu können".

In der gesamten Branche herrscht derzeit Unsicherheit über das weitere Vorgehen der chinesischen Behörden. Audi, Daimler, BMW, Jaguar Land Rover, Chrysler, Toyota und Honda haben bereits Preisermäßigungen für Ersatzteile bekanntgegeben.

Seit Wochen wächst vor allem der Druck auf Premium-Hersteller. Chinas Markt für Oberklasse-Autos wird von den deutschen Anbietern Audi, BMW und Daimler dominiert. Auch gegen Daimler laufen Ermittlungen, die Filiale in Shanghai sowie mehrere Händler waren von Preiswächtern durchsucht worden. Am Dienstag hatte auch GM bekanntgegeben, dass das Unternehmen von Ermittlern kontaktiert worden war.

Branchenexperten rätseln jedoch über das Ziel der Untersuchungen. Sinkende Preise wirkten sich schließlich auch auf die Gewinne der chinesischen Partnerunternehmen aus. Außerdem könnten Preisnachlässe auf ausländische Automarken heimische Hersteller weiter unter Druck setzen. Bislang versuchen sie, gegen internationale Marken mit günstigeren Preisen anzutreten. Dieser Wettbewerbsvorteil würde ihnen dann jedoch zunehmen verloren gehen.

dpa


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