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Beate Uhse stellte am Freitag einen Insolvenzantrag.

Beate Uhse stellte am Freitag einen Insolvenzantrag.© dpa

Erotikhändler

Beate Uhse stellt Insolvenzantrag

Statt dem nächsten Höhepunkt muss Beate Uhse nun erst einmal eine Flaute verkraften. Der Erotikhändler will Insolvenz beantragen. Das Unternehmen wird sich nun in Eigenregie sanieren, wie die Beate Uhse AG am Freitag in Flensburg mitteilte.

Flensburg. Der Erotikhändler Beate Uhse will Insolvenz beantragen. „Der Vorstand der Beate Uhse AG, Michael Specht, hat sich zu diesem Schritt entschlossen, um die Sanierung der gesamten Gruppe in Eigenverwaltung nachhaltig umzusetzen“, teilte die Beate Uhse AG am Freitag in Flensburg mit. Die Insolvenzanmeldung betreffe ausschließlich die Beate Uhse AG in ihrer Funktion als Holding, für die Tochtergesellschaften der Beate Uhse AG werde keine Insolvenz beantragt. „Damit halten die operativen Gesellschaften in Deutschland und den Niederlanden ihren Geschäftsbetrieb uneingeschränkt aufrecht und die Handlungsfähigkeit wird gesichert.“

Hintergrund des Insolvenzantrags sind gescheiterte Bemühungen, eine Umschuldung im Zusammenhang mit einer Anleihe im Volumen von 30 Millionen Euro zu erreichen. Dabei habe keine Einigung mit den Gläubigern erzielt werden können. Daher habe die Zahlungsunfähigkeit der Beate Uhse AG gedroht. Mit Blick auf das angestrebte Insolvenzverfahren sagte Specht: „Wir haben damit einen Weg eingeschlagen, bei dem wir sehr zuversichtlich sind, die Unternehmensgruppe als Ganzes sanieren zu können.“

Radikaler Führungswechsel in der Branche

Die Erotik-Branche unterlief in den vergangenen Jahren einem radikalen Strukturwandel. Online-Wettbewerber wie Eis.de und Amorelie machten dem jahrelangen Branchenprimus Beate Uhse die Führungsposition streitig. Nachdem das Unternehmen im neuen Jahrtausend viele unrentable Filialen schließen musste, befand sich der stationäre Handel von Beate Uhse bis zuletzt im Sinkflug. Lag der Umsatz 2006 noch bei 271 Millionen Euro, ging er bis 2014 auf 142,9 Millionen Euro zurück. Im Jahr 2015 lag er bei 128 Millionen. Der Online-Handel Eis.de von Eis GmbH schnellte im Vergleich dazu von einem Umsatz von 18,2 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 100 Millionen Euro im Jahr 2015.

Das Unternehmen wurde 1951 von der deutschen Pilotin Beate Uhse in Flensburg gegründet. 30 Jahre später folgte die Gründung der Aktiengesellschaft, mit der Uhse 1999 an die Börse ging. Am 16. Juli 2001 starb Beate Uhse im Alter von 81 Jahren in der Schweiz. Ihr wirtschaftliches Vermächtnis mit Sitz in Hamburg und Amsterdam ist mittlerweile in sieben Ländern aktiv.

Von RND/dpa


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