Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wirtschaft Bahn fährt bei Umsatz und Ergebnis Rekord ein
Nachrichten Wirtschaft Bahn fährt bei Umsatz und Ergebnis Rekord ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:36 26.07.2012
Ein ICE (l) und ein Regionalzug der Deutschen Bahn fahren in den Hauptbahnhof von Frankfurt am Main ein. Quelle: Boris Roessler / Archiv
Berlin

Nicht berücksichtigt sind dabei die Ergebnisse der 2010 erworbenen Bahn-Tochter Arriva. "Wir sehen, dass wir mit interessanten Angeboten die Menschen zum Umstieg vom Auto auf den Zug bewegen können", sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube am Donnerstag bei der Vorlage der Halbjahresbilanz.

Auch beim Umsatz und Ergebnis verbuchte der Konzern einen neuen Rekord: Die Einnahmen legten zwischen Januar und Ende Juni um 3,3 Prozent zu auf 19,5 Milliarden Euro. Das ist der höchste Halbjahresumsatz in der Geschichte der Deutschen Bahn. Das gilt auch für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit): Es stieg um 16,6 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Nach Steuern stand ein Ergebnis von 794 Millionen Euro unterm Strich, ein Plus von 22,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Für das gesamte Jahr bestätigte der Vorstand trotz einer sich abschwächenden Konjunktur die Ergebnisprognose aus dem Frühjahr von operativ mehr als 2,6 Milliarden Euro. "Wenn im zweiten Halbjahr eine Rezession vermieden werden kann, dürfen wir davon ausgehen, dass der Konzern auch für das Gesamtjahr 2012 neue Rekordzahlen bei Umsatz und Ergebnis zeigen wird", sagte Finanzvorstand Richard Lutz.

Laut ihrem im Frühjahr beschlossenen Strategieprogramm "DB 2020" will die Deutsche Bahn ihren Jahresumsatz bis zum Jahr 2020 auf 70 Milliarden Euro nahezu verdoppeln. Davon sollen 10 Milliarden Euro durch Zukäufe kommen. Zu etwaigen konkreten Übernahmeplänen äußerte sich der Vorstand am Donnerstag nicht. "Oberstes Ziel ist der Schuldenabbau", sagte Grube. Akquise sei erst ein Thema, wenn der Schuldenstand unter 15 Milliarden Euro sinke. Ende Juni belief sich der Schuldenberg des Konzerns auf gut 16,9 Milliarden Euro netto, für das Jahresende erwartet der Vorstand etwa 16,6 Milliarden - so viel wie 2011.

Angesichts der Rekordzahlen forderte CSU-Chef Horst Seehofer von der Deutschen Bahn höhere Investitionen in Bayern. Der Ministerpräsident nannte mehrere Projekte, die wegen fehlenden Geldes im Bundesverkehrsetat seit Jahren schleppend oder gar nicht vorankämen wie etwa den Ausbau des Bahnknotens München und die Elektrifizierung der Strecken Nürnberg-Marktredwitz-Hof und Regensburg-Marktredwitz-Hof.

Auch der ehemalige verkehrspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Uwe Beckmeyer, hat den Bund als Eigentümer der Bahn aufgefordert, die erwarteten hohen Gewinne in diesem Jahr in den Schienenverkehr zu investieren. Dringend notwendig seien die Anbindung aller deutschen Großstädte an den Fernverkehr, der Ausbau des Güterverkehrs und mehr Investitionen in den Lärmschutz, sagte Beckmeyer der "Saarbrücker Zeitung" (Freitag).

Verbessern konnte die Bahn nach eigenen Angaben auch die Pünktlichkeit ihrer Züge: Der durchschnittliche Wert lag 2011 bei 92,9 Prozent. Im Januar dieses Jahres waren 96,5 Prozent aller Züge pünktlich, der Tiefstwert lag im Februar bei 94,3 Prozent.

Nicht ganz so rosig wie im Personenverkehr sah das Geschäft mit dem Güterverkehr aus. Hier verhinderte die Konjunkturabschwächung nach Bahnangaben bei DB Schenker einen spürbaren Ergebniszuwachs. Im internationalen Logistikgeschäft gab es einen Umsatzzuwachs von knapp einem Prozent. Im europäischen Schienengüterverkehr blieb der Umsatz leicht unter Vorjahresniveau. "Vor allem in der Stahlindustrie und beim kombinierten Verkehr hat die Transportnachfrage nachgelassen", sagte Grube zu den Gründen.

Einen deutlichen Rückgang verbuchte der Konzern bei seinem Busverkehr. Die in Personenkilometern gemessene Verkehrsleistung ging im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 um sieben Prozent zurück, wofür die Bahn in ersten Linie sinkende Schülerzahlen in Deutschland verantwortlich macht.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Aktie des Online-Spieleanbieters Zynga ("Farmville") ist nach abermals enttäuschenden Zahlen auf einen Schlag um rund 40 Prozent eingebrochen.Die Anleger, die auf Wachstumsversprechen von Zynga vertraut haben, erleben eine dramatische Wertvernichtung: Die Aktie kam im Dezember für 10 Dollar auf den Markt, stieg zwischenzeitlich bis auf 14 Dollar und kostet jetzt gerade einmal 3 Dollar.

26.07.2012

Die Deutsche Börse tritt angesichts der Dauerkrise in Europa und anhaltend unsicherer Märkte auf die Bremse. Die Erwartungen für das Gesamtjahr seien trotz eines "soliden Ergebnisses" im ersten Halbjahr 2012 unsicherer geworden.

26.07.2012

Das starke Asien- und Amerika-Geschäft sichert Volkswagen trotz der schweren Krise auf Europas Automärkten weitere Zuwächse.Diese Zahlen gab VW am Donnerstag bekannt.

26.07.2012