Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wirtschaft Apothekenkette CVS schluckt Krankenversicherer
Nachrichten Wirtschaft Apothekenkette CVS schluckt Krankenversicherer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:41 04.12.2017
Die US-Pharmakette CVS will den Krankenversicherer Aetna kaufen. Quelle: AP
Anzeige
Woodsocket/Hartford

Die Drogerie- und Apothekenkette CVS will den Krankenversicherer Aetna für rund 69 Milliarden Dollar (58 Mrd Euro) übernehmen. Eine entsprechende Einigung gaben die US-Konzerne am Sonntagabend (Ortszeit) bekannt. Die Vereinbarung sieht vor, dass CVS 207 Dollar je Aetna-Aktie zahlt. 145 Dollar sollen bar fließen, der Rest in eigenen Anteilscheinen fällig werden.

Inklusive übernommener Schulden beziffern die Unternehmen den Kaufpreis auf 77 Milliarden Dollar. Es handelt sich damit um eine der bislang größten Übernahmen des Jahres. CVS und Aetna rechnen damit, den Deal in der zweiten Jahreshälfte 2018 abzuschließen. Aktionäre und Aufsichtsbehörden müssen allerdings noch zustimmen. CVS-Vorstandschef Larry J. Merlo bezeichnete die bevorstehende Fusion via Twitter als „Zusammenschluss zweier großartiger Firmen mit Expertise, um den Gesundheitsmarkt zu verbessern“.

Amazon setzt Pharmabranche unter Druck

Nicht zuletzt, weil der Online-Riese Amazon dem Einzelhandel zusetzt, steht CVS unter wachsendem Konkurrenzdruck. Durch den Kauf des Krankenversicherungsriesen Aetna, der über 22 Millionen Versicherte hat, würde die rund 9700 Filialen und etwa 1100 ambulante Kliniken zählende Kette ihr Geschäft deutlich breiter aufstellen.

Auch der US-Versicherungsmarkt ist jedoch hart umkämpft, weshalb Branchengrößen wie Aetna schon länger nach Fusionspartnern Ausschau halten. Erst Anfang 2017 musste der Konzern wegen Bedenken der US-Kartellwächter die Übernahme des Rivalen Humana abblasen.

Sinkende Beiträge und Preise infolge des Deals in Aussicht

Ob die Wettbewerbshüter dem Aetna-Kauf durch CVS zustimmen, bleibt abzuwarten. Nach Einschätzung von Experten dürften die Chancen diesmal jedoch besser stehen, da es um einen sogenannten vertikalen Zusammenschluss zweier Konzerne geht, bei dem die wirtschaftlichen Schnittmengen von CVS und Aetna nichts so groß sind. Da sich die Geschäftsbereiche der beiden Firmen weniger überlappen, vermuten Beobachter baldiges grünes Licht der Kartellbehörden. Die Experten prognostizieren gar, dass andere Pharmakonzerne durch den Deal unter Druck gesetzt würden und so die Versicherungsbeiträge und Medikamentenpreise niedrig gehalten werden könnten.

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Rainer Dulger, lehnt die von der IG Metall geforderte 28-Stunden-Woche in der Metall- und Elektroindustrie ab. Er rechnet mit der härtesten Lohnrunde seit Jahrzehnten, sagt er im Interview.

04.12.2017

Über eine Autovermietung sollen Daimler-Mitarbeiter den Tesla X von einem Ehepaar geliehen haben, um den Wagen der Konkurrenz mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Den heimlichen Test hat das gemietete Elektroauto allerdings gar nicht gut überstanden.

03.12.2017

Pakete direkt bis an die Haustür zu liefern, bedeutet für die Boten einen großen Aufwand. Deshalb könnte der Service künftig extra kosten. Das kündigen DPD und Hermes an. Auch ein konkreter Betrag ist schon im Gespräch.

01.12.2017
Anzeige