Navigation:
Hartmut Mehdorn hat mögliche Einschnitte bei Air Berlin angekündigt.

Hartmut Mehdorn hat mögliche Einschnitte bei Air Berlin angekündigt. © Bernd Settnik/Archiv

Luftverkehr

Air Berlin bereitet Mitarbeiter auf Einschnitte vor

Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn bereitet seine Belegschaft auf spürbare Einschnitte vor. "Wir werden sicher an schwierigen Maßnahmen nicht vorbeikommen", sagte er am Donnerstag.

Berlin. In den kommenden acht Monaten werden Strukturen und Arbeitsabläufe überprüft.

Zu einem möglichen Stellenabbau sagte Mehdorn nichts. Durch den schnellen Aufbau des Unternehmens seien aber "Ineffizienzen entstanden", die nun abgebaut würden, erläuterte der Manager. Die Details des neuen Sparprogramms werden noch erarbeitet. Auch mit den Tarifpartnern müsse gesprochen werden, sagte der Manager.

Nur so kann Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft laut Mehdorn nach jahrelangen Verlusten im kommenden Jahr in die schwarzen Zahlen fliegen. Zwar verdiente Air Berlin im wichtigen Sommer-Reisequartal mit rund 67 Millionen Euro unterm Strich doppelt so viel wie im Vorjahresquartal. Den Verlust aus der ersten Jahreshälfte kann das aber nicht ausgleichen. Nach den ersten neun Monaten steht unterm Strich ein Minus von 103 Millionen Euro.

Das neue Sparprogramm "Turbine 2013" soll die Flugziele, die Flotte, den Bodenservice und den IT-Bereich genauer unter die Lupe nehmen. Die Fluggesellschaft soll sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Die Touristik spielt ebenso wie der Linienflug eine wichtige Rolle in der Zukunftsplanung.

Die Branchenkrise zwinge das Unternehmen aber, "auch elementare Elemente des Unternehmens zu überprüfen", sagte Mehdorn. Einen Medienbericht, demzufolge jede zehnte Stelle wegfallen soll, wollte er weder bestätigen noch dementieren. Ein detaillierter Plan werde bis Ende 2012 vorliegen.

Schnelles Geld verspricht sich die Konzernführung nun kurzfristig vom Verkauf des Vielfliegerprogramms "topbonus". Dieses soll Ende des Jahres in eine separate Gesellschaft ausgegliedert und zum Teil veräußert werden. Er erwarte, dass dies die Ertragssituation für 2012 deutlich verbessere, sagte Finanzchef Ulf Hüttmeyer. Den Wert des Vielfliegerprogramms und mögliche Käufer wollte er nicht nennen.

Aus Effizienzgründen stellt Air Berlin auch ihren internationalen Flugplan um. Saisonale Direktflüge nach Las Vegas, San Francisco und Vancouver werden gestrichen, die Verbindungen nach New York, Los Angeles und Miami dagegen ausgebaut. Auch nach Mallorca sollen mehr Flieger starten, dafür fallen Ziele auf dem spanischen Festland weg.

Die Folgen der Wirtschaftsflaute, die Flugsteuer und steigende Kerosinpreise belasten Air Berlin weiter. Allein die Luftverkehrssteuer habe von Januar bis September 121 Millionen Euro gekostet, sagte Mehdorn. Die Flugkosten seien um fast 100 Millionen Euro gestiegen. Auch die verschobene Eröffnung des Hauptstadtflughafens schlage negativ zu Buche.

Nur dank des Sparprogramms "Shape&Size", das das operative Ergebnis in den ersten neun Monaten um 170 Millionen Euro verbesserte, habe Air Berlin die Entwicklung auffangen können, sagte Mehdorn. Auch die Partnerschaft mit dem arabischen Großaktionär Etihad mache sich bemerkbar.

Ziel für das kommende Jahr bleibe die Rückkehr in die Gewinnzone, betonte die Konzernspitze. Den letzten Nettogewinn hatte Air Berlin 2007 eingefahren. Mehdorn versucht seit seinem Amtsantritt im Sommer 2011, das Unternehmen gesundzuschrumpfen. Unrentable Strecken fielen weg, die Flotte schrumpfte.

dpa


Anzeige
DAX
Chart
DAX 13.094,50 -0,24%
TecDAX 2.528,75 -0,29%
EUR/USD 1,1822 -0,03%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

THYSSENKRUPP 23,72 +1,90%
DT. POST 40,38 +1,07%
LUFTHANSA 29,80 +0,75%
RWE ST 18,37 -11,72%
E.ON 9,29 -4,32%
FRESENIUS... 66,04 -1,24%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 279,58%
Commodity Capital AF 220,68%
Stabilitas PACIFIC AF 120,02%
FPM Funds Stockpic AF 100,40%
SEB SICAV 2 SEB Ea AF 94,62%

mehr