Abflug ins Freibad: Sommer gibts auch Zuhause.
Hannover. „Im Prinzip gilt die Faustregel: Je schlechter das Wetter, desto besser für die Veranstalter“, sagt der Touristikwissenschaftler Karl Born von der Fachhochschule Harz in Wernigerode in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hannover. „Jeder Tag, an dem das Wetter so schön ist, kostet bestimmt ein paar Buchungen.“
Wegen der Wirtschaftskrise hatten viele Anbieter bereits Buchungsrückgänge in ihrem Kerngeschäft - den Badeferien am Mittelmeer - hinnehmen müssen. Die Reiseplanungen für den Sommer liegen laut Marktforschung rund fünf Prozent unter Vorjahr. Darauf verwies Branchenprimus TUI. Zugleich gebe es aber noch ein Restpotenzial von fast 14 Millionen reisewilligen Bundesbürgern, was ein starkes Kurzfristgeschäft erwarten lasse.
Ganz verloren geben müssen die Reiseanbieter die Hoffnungen nach Meinung von Born noch nicht. Er gehe davon aus, dass die warmen Sommertemperaturen den Veranstaltern das Geschäft nicht komplett verderben werden. Es gebe im Grunde für Urlauber in Deutschland nicht viele Alternativen. Ferien in attraktiven deutschen Urlaubsgebieten ließen sich kurzfristig kaum noch buchen, weil sie zur Hochsaison meist ausgebucht seien. Manch einer möge sich vielleicht für Urlaub auf dem eigenen Balkon entscheiden. Aber wenn Sonne und Hitze länger andauern sollten, nehme auch die Sehnsucht nach Strand und Meer zu. „Das Freibad ist da nicht wirklich eine Alternative“, sagte Born. lni
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