Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Ratgeber Sicherer Schulweg auch im Herbst
Nachrichten Ratgeber Sicherer Schulweg auch im Herbst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:44 08.10.2010
Helle Kleidung und Reflektoren helfen Kindern auf dem Weg zur Schule, rechtzeitig gesehen zu werden.

VON STEFAN R. WIESSENBORN

Im Herbst verwandelt feuchtes Laub den Asphalt in Rutschbahnen, die Straßen sind oft vernebelt, es wird später hell und früher dunkel. Das birgt nicht nur Risiken für Autofahrer: Auch Kinder sind jetzt gefährdeter als an klaren Sommertagen – ob auf dem Fahrrad oder zu Fuß. Mangelnde Sicht ist eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle mit Kindern, so eine Erkenntnis der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Wenn die Tage kürzer werden, sollten Autofahrer deshalb ganz besonders auf die Kleinen achten.

Die ständigen Gefahren für Kinder im Straßenverkehr verschärfen sich im Herbst: „Gerade wenn es dunkler ist, können Kinder Geschwindigkeiten nur schwer einschätzen“, sagt ADAC-Verkehrspädagogin Beate Pappritz. Die Wahrnehmungsfähigkeiten von Heranwachsenden hängen stark vom Alter ab. Das Sichtfeld von Kindern ist vor allem im Vorschulalter noch tunnelförmig eingeschränkt. Hinzu kommt, dass ein Gefahrenbewusstsein erst mit rund sechs Jahren ausgebildet wird.

Das bedeute aber nicht, dass brenzlige Situationen auch in fortgeschrittenem Alter immer erkannt würden, erklärt die Deutsche Verkehrswacht (DVW). Wenn etwa ein Ball auf die Straße rollt, neigen auch ältere Kinder zum Hinterherlaufen, ohne vorher zu überlegen.

Auf der anderen Seite ist es die schlechte Sicht für Autofahrer, die die Kleinen in Gefahr bringt: „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ fordert deshalb die DVW vor allem für die dunklen Jahreszeiten. So wird Eltern geraten, den Nachwuchs mit auffälliger Kleidung zu versehen. Anoraks, Jacken und Ranzen sollten mit Reflektoren versehen und möglichst hell sein: „Es geht darum, die Kinder zum Strahlen zu bringen“, sagt Pappritz.

Zum neuen Schuljahr hat der ADAC 750 000 Schulanfänger an 16 000 Schulen bundesweit mit Sicherheitswesten ausgestattet. Auf dem Schulweg denken jedoch gerade die Jüngsten nicht in erster Linie an ihre Sicherheit. Verkehrspädagogen mahnen deshalb, diesen täglichen Weg gut zu üben. ADAC-Mitarbeiterin Pappritz rät zu wiederholtem Schulwegtraining – und auch zur Kontrolle: Hin und wieder sollten Eltern die Schulkinder ruhig heimlich verfolgen, um das Verkehrsverhalten genau zu beobachten.

Zur Routenwahl gilt der allgemeine Tipp „Nicht unbedingt der kürzeste Weg ist der sicherste, sondern der mit möglichst wenigen Straßenüberquerungen“. Und fallen die Blätter von den Bäumen, gilt besondere Vorsicht: Die DVW empfiehlt festes Schuhwerk auf rutschigen Wegen.

Soll ich die Kinder zur Schule fahren

Bei Schmuddelwetter neigen Eltern dazu, ihre Kinder zur Schule zu fahren. Doch dies ist nicht unbedingt ungefährlicher, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden ermittelt hat: Besonders morgens zu Schulbeginn zwischen 8 und 9 Uhr würden Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren in Unfälle verwickelt – und zwar als Mitfahrer im Auto.

Die Regeln seien eindeutig, sagt ADAC-Verkehrspädagogin Beate Pappritz: „Bis zum Alter von zwölf Jahren oder einer Körpergröße von 1,50 Meter müssen Kinder in einen Kindersitz.“ Doch Eltern bauten den Sitz oft falsch ein oder schnallten Kinder nicht ordnungsgemäß an.

Unfallvorbeugende Wirkung haben laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sogenannte Dialog-Displays, wie sie seit einigen Jahren in Berlin und anderen deutschen Großstädten aufgestellt werden. Vorzugsweise in der Nähe von Schulen und Kindergärten informieren sie am Straßenrand Kraftfahrer nicht nur über deren aktuelle Geschwindigkeit. Sie zeigen auch lachende Kindergesichter und loben mit einem grün unterlegten „Danke!“ – solange sich der Fahrer ans Tempolimit hält. Falls nicht, erscheint ein „Langsam!“ in Rot.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!