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Ratgeber Hannovers Klimafonds fördert mit Extra-Prozenten
Nachrichten Ratgeber Hannovers Klimafonds fördert mit Extra-Prozenten
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16:44 13.08.2018
FÖRDERFÄHIG: Wer in Hannover Solartechnik installiert, erhält vermutlich Fördermittel vom Fond „proKlima“. Quelle: Foto: imago/UPI Photo
HANNOVER

Wer jetzt Förderfähiges an seinem Haus oder für seine Wohnung plant, bekommt vom hannoverschen Umweltfonds „pro Klima“ 20 Prozent mehr, als die Regelfördersätze sonst vorsehen. Anlass: Der Förderfonds des kommunalen Energieversorgers Enercity ist in seinem 20. Jahr.

Das Angebot gilt für alle Vorhaben in den Gebieten der Fonds-Kommunen Hannover, Laatzen, Langenhagen, Hemmingen, Ronnenberg und Seelze. Die Aktion endet am 31. Oktober – wer fix ist, hat besseres Chancen: „Es gilt das Windhund-Prinzip. Wir wollen zur Umsetzung anreizen …“, sagt Matthias Wohlfahrt, derzeit Leiter des Fonds. Etwas mehr als 1,7 Millionen Euro stehen zur Ausschüttung bereit – sind die weg, ist Schluss.

Noch mehr Fördergeld

Wer es richtig anpackt, kann sich Geld von mehreren Seiten holen. „Auch die Region Hannover hat mittlerweile einen tollen Fördertopf für Solarwärmeanlagen. In der Landeshauptstadt gibt es einen großen Fördertopf für den Anschluss ans Fernwärmenetz oder Einbau von KWK, also Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, etwa mit Blockheizkraftwerken (BHKW)“, erklärt Wohlfahrt. Außerdem seien „unsere Förderprogramme so mit den regionalen und bundesweiten Programmen abgestimmt, dass wir diese ergänzen oder eine Kumulierung möglich ist“. Obendrauf gebe es teils auch Geld von der KfW-Bank oder vom Bundeswirtschaftsministerium, etwa für Heizungsmodernisierung und den Einbau von Erneuerbare-Energie-Erzeugungs-Anlagen.

Die Arbeit des Fonds und sein Beitrag zum Energiesparen sei in der Region spürbar: In Hannover etwa betrage der Anteil an Neubau-Häusern mit Passivhausstandard gut 30 Prozent, im umgrenzenden Fördergebiet um drei Prozent, schätzt Wohlfahrt. Der Bundesschnitt dürfe wohl „noch unter fünf Prozent“ liegen.

Der Fonds, die Mittel und der Eilenriede-Effekt

Nach einer Untersuchung aus dem Jahr 2011 (Prestel Institut) folgen jedem Förder-Euro von proKlima 13 Euro an Investitionen, die überwiegend in die regionale Wirtschaft fließen. „Wir gehen eher davon aus, dass die Zahl seither eher noch angestiegen ist“, sagt Wohlfahrt. Das Projekt der geldgebenden Kommunen und von Enercity sei „somit auch ein Wirtschaftsförderer und indirekter Förderer des Handwerks. Ökonomie und ökologische Ziele lassen sich so bestens verbinden.“

Seit 1998 seien mehr als 31.000 Breitenfördermaßnahmen, rund 790 Einzelförderungen und über 62 Millionen Euro Fördermittel bewilligt worden. Damit seien 1,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß vermieden worden. Um den gleichen Anti-CO2-Effekt von 20 Jahren proKlima-Förderung zu erreichen, wäre „die achtfache Fläche des Stadtwalds Eilenriede erforderlich“ (das entspräche einem Viertel des Stadtgebiets).

Allerdings hat der Fonds schon mal deutlich mehr Geld für die „Breitenförderung“ verteilt: 2013 waren es 3,23 Millionen, und 2017 gab es mit 2,8 Millionen Euro gut eine Millionen Euro mehr als jetzt. Grund laut Wohlfahrt: Enercity hat 2,5 Millionen Euro umgeschichtet, um Elektromobilität zu fördern und dazu Bundesmittel einzuwerben (für Lade-Infrastruktur). Ab 2021 soll der Fonds dann wieder rund drei Millionen erhalten wie zuvor.

www.proklima-hannover.de/20prozent/

Von Ralph Hübner

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