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Ratgeber Einfach mal loslassen
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11:50 05.10.2010
Loslassen: Das Leben mal locker nehmen und sich von Sorgen lösen.
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VON PHILIPP LACKNER

Die Ziele sind oft hochgesteckt: Die Traumfrau muss blond sein, kurvig und leidenschaftlich. Der Job soll imageträchtig und lukrativ sein, die Position in Beruf oder Familie einflussreich. Doch was, wenn es damit nicht klappen will? Was, wenn sich Dinge nicht realisieren lassen? Was, wenn sich Dinge ändern? In vielen Fällen halten Menschen dennoch an ihren Vorstellungen fest. Das kann sich zum Problem entwickeln.

Psychotherapeut Markus Biebl sieht die Ursache in der Angst vor einem Verlust von Macht und Kontrolle. Beispielsweise bei Menschen, die bei der Arbeit alles selbst machen wollen. Das hänge auch mit dem heutigen Verständnis von Glück zusammen. „Früher sind uns Dinge einfach zugestoßen. Heute meinen wir, dass wir das Glück selbst in der Hand haben, deswegen übernehmen wir so viel Verantwortung. Wenn es dann aber mit dem Glück nicht klappt, fühlen wir uns auch noch schuldig“, sagt Biebl.

Irmtraud Tarr hat ein Buch über das Loslassen geschrieben, und auch sie ist der Meinung:Etwas aufzugeben, erzeuge Unsicherheit und die Angst vor Verlassenheit. „Dabei vergessen Menschen häufig, dass das Leben ein ständiger Prozess der Veränderung ist.“

Was passiert, wenn man ständig an etwas hängt, schildert Markus Biebl so:„Wer nie etwas delegiert, läuft Gefahr, sich zu überfordern, was zu großem Druck führen kann.“ Und der wiederum sei die Ursache für Krankheitsbilder wie Bluthochdruck oder das Burnout-Syndrom. Irmtraud Tarr sieht das ähnlich:„Ständiges Festhalten ist mit Starrheit und Enge verbunden.“ Und die seien ein Nährboden für diverse Krankheiten.

Wie kann man das Loslassen lernen? Beide Psychotherapeuten raten: Im Kleinen beginnen. Das gelte zum Beispiel für den Manager, der gewisse Aufgaben an Kollegen abgibt und feststellt, dass es trotzdem weitergeht. Oder: „Einfach mal andere bestimmen lassen, wohin man in den Urlaub fährt“, sagt der Psychotherapeut.

Eine weitere Möglichkeit wäre, mit anderen Dingen ein Gleichgewicht zu schaffen, wenn man an einen Punkt festgefahren ist. Biebl:„Der ständige Blick auf die Defizite macht nur noch unglücklicher.“ Oft regelten sich Angelegenheiten ganz alleine, werden Kräfte frei, die vorher im Kampf für eine hoffnungslose Sache gebunden waren. Das sei schwierig, „aber soziale Kontakte helfen“, so der Experte.

Psychotherapeutin Tarr empfiehlt, erst einmal festzustellen, woran man warum festhält. Eine Selbstreflexion könne hilfreich sein: „Die Fragen lauten zum Beispiel:Was will ich damit? Wozu brauche ich das? Muss ich nach außen unbedingt ein toller Hecht mit einer Traumfrau an meiner Seite sein?“ Je mehr man über sich nachdenke, desto weniger jage man trügerischen Zielen nach, die vielleicht von der Gesellschaft festgeschrieben sind. Und desto geringer werde die Verbissenheit: „Das hat mit Ehrlichkeit zu tun.“Freunde können für diese Selbstbetrachtung ein Spiegel sein.

„Man muss mit dem Jagen aufhören, stattdessen ein gemütvolles Leben führen,Appetit entwickeln.“ Es sei besser, Dinge einfach geschehen zu lassen, als Phantomen hinterherzulaufen. Tarr:„Das Mutigste ist es, einen positiven Eigensinn zu entwickeln. Dann geht das Loslassen auch ganz leicht.“

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