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Ratgeber Die großen Sportirrtümer
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13:13 06.10.2010
Langes, hartes Training: So wachsen die Muskeln. Zusätzliches Eiweiß bringt aber nichts, so Sportprofessor Froböse.
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VON PHILIPP LACKNER

Halbwissen ist gefährlich, vermeintliche Grundsätze ebenso. Das gilt auch für den Sport. Wer zum Beispiel glaubt, dass Schwimmen die gesündeste Sportart sei, Apfelschorle das beste Sportgetränk oder viel Bewegung Cellulite verhindere, muss nicht unbedingt recht haben. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln hat über Sport-Irrtümer ein Buch geschrieben. Was ist nun Quatsch? Was sind die Alternativen? Hier einige Mythen:

Sport macht glücklich. Laut Froböse sei das zweifelhaft. „Gewisse Sportarten bergen sogar ein großes Frustrationspotenzial, Golf zum Beispiel“, sagt der Autor. Auch die Behauptung, beim Sport würden besonders viele Glückshormone ausgeschüttet, sei nicht bewiesen.

Schwimmen und Radfahren sind die gesündesten Sportarten. Diese Empfehlung sei „nicht richtig“. Begründung: „Beide beinhalten Nachteile.“ Wer unter Herz-Kreislauf-Problemen leide, gehe besser nicht ins Wasser: „Durch den Wasserdruck gelangt eine erhöhte Blutmenge in denOberkörper, das Herz muss mehr arbeiten.“ Und bei Schulter- oder Nackenbeschwerden sei Radfahren vielleicht auch nicht die beste Sportart. Froböses Vorschlag: Unter den jeweiligen Voraussetzungen das Richtige aussuchen. „Es gibt einfach kein Allheilmittel für jeden“, so Froböse.

Sport macht schlank. Beim Training Kalorien zu zählen, bringe nichts, meint der Experte. Allerdings mache Sport zum Abnehmen durchaus Sinn – jedoch nur dann, wenn man ihn langfristig betreibe. „Dann wird der Stoffwechsel so beeinflusst, dass der Körper auch in Ruhephasen mehr Energie verbrennt. Das hängt mit einer größeren Muskelmasse zusammen und ist eher ein nachhaltiger Effekt.“

Wer kräftige Muckis will, braucht viel Extra-Eiweiß. Froböse winkt ab. Zusätzliche Amino-Nahrung könne gar nicht gespeichert werden. „Der Körper kann am Tag 0,8 bis ein Gramm Eiweiß pro Kilogramm aufnehmen. Das schafft man auch bei ganz normaler, ausgewogener Ernährung“, erklärt der Sportwissenschaftler. Er warne vielmehr davor, zusätzliche Eiweißpräparate einzunehmen: „Diese Ergänzungsnahrung kann oft minderwertig sein.“

Die Fettverbrennung beginnt erst ab 30 Minuten Sport. Das sei Quatsch: „Der Organismus deckt seinen Energiebedarf schon ab der ersten Sekunde Bewegung aus Kohlehydraten und Fett, zunächst im Verhältnis 6:4.“ Das ändere sich bei Trainierten ab der ersten Viertelstunde zu Gunsten des Fettverbrauchs.

Apfelschorle ist das beste Sportgetränk. Wer abnehmen will, verzichte besser darauf, rät Froböse. Denn Apfelschorle sei sehr energiehaltig, auch die, die nicht noch extra gezuckert ist. Alternative nach dem Sport: einfaches Wasser.

Sport verhindert Cellulite. „Falsch“, sagt der Fachmann. Bei der sogenannten Orangenhaut dringt das Fettgewebe durch die gitterartige weibliche Bindehaut, oberflächliche Dellen entstehen: „Sport kann die Auswirkungen zwar mildern – Cellulite aber nicht verhindern.“

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