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TRAUER: Soldaten tragen in Selsingen die Orden der gefallenen Kameraden zur Kirche.© dpa

Bundeswehr

Trauerfeier für Soldaten – wieder Anschlag in Kundus

Wenige Stunden vor der Trauerfeier für die drei in Nordafghanistan getöteten deutschen Soldaten ist auf die Bundeswehr in Kundus erneut ein Anschlag verübt geworden. Dabei wurde aber niemand verletzt.

BERLIN. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos sagte, ein Geländewagen vom Typ „Wolf“ sei in den Morgenstunden bei der Explosion eines Sprengsatzes beschädigt worden. Die Attacke ereignete sich vier Kilometer nördlich vom Bundeswehr- Feldlager in Kundus. Kurz danach lief ein Minensuchtrupp der afghanischen Armee auf einen weiteren Sprengsatz. Dabei sei ein Soldat leicht verwundet worden, hieß es.

Der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammad Omar, sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Bomben seien auf der Straße zum Feldlager vermutlich ferngezündet worden. Zuvor hätten in der Nacht US- Sondereinheiten im Unruhedistrikt Char Darah bei Kundus drei Taliban- Kämpfer getötet, darunter einen Mullah Gai genannten Kommandeur der Aufständischen. Die zwei US-Operationen seien in der Gegend durchgeführt worden, in der die Bundeswehr am Karfreitag in einen Hinterhalt geraten war.

Bei dem Gefecht waren drei deutsche Soldaten von den Taliban erschossen worden. Die Trauerfeier für die Toten findet an diesem Freitagnachmittag im niedersächsischen Selsingen statt, ganz in der Nähe des Heimatstandorts Seedorfs der gefallenen Fallschirmjäger.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Donnerstag nach öffentlichem Druck kurzfristig ihre Teilnahme an der Trauerfeier angekündigt. Die CDU-Chefin brach dafür ihren Osterurlaub ab. Die Teilnahme sei der Kanzlerin „ein persönliches Anliegen“, erklärte ein Regierungssprecher. Auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) werden dabei sein. Merkel und Guttenberg wollen Trauerreden halten.

Es ist die erste Trauerfeier für gefallene Soldaten, an der Merkel teilnimmt. Im August 2007 hatte sie im Berliner Dom drei bei einem Bombenanschlag in Kabul getöteten deutschen Polizisten die letzte Ehre erwiesen. Einen davon kannte sie persönlich, weil er vor seinem Einsatz in Afghanistan einer ihrer Leibwächter war.

Insgesamt sind bisher 39 Bundeswehrsoldaten bei ihrem Einsatz in Afghanistan ums Leben gekommen. Bereits am Sonntag fand eine Zeremonie im nordafghanischen Kundus statt, bei der Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) dabei war. Anschließend wurden die Särge mit den Leichen der gefallenen Soldaten in dem Regierungs- Airbus nach Deutschland gebracht, in dem auch Niebel und seine Delegation zurückflogen.    

Die Linke bezeichnete die Teilnahme Merkels an der Trauerfeier als „heuchlerisch“. „Die Bundeskanzlerin trägt die Verantwortung für den Tod der drei Soldaten“, erklärte Vorstandsmitglied Christine Buchholz. „Denn sie schickte sie nach Afghanistan, obwohl sie wusste, dass sich die Sicherheitslage im Norden dramatisch verschlechtert hat.“


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