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Briefsendungen

Vorsorgeuntersuchungen für Kinder verbindlicher

Das Landesamt für Jugend und Soziales will die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder bis zum vierten Lebensjahr verbindlicher machen, in dem sie den Familien Post zuschicke und sie damit zu den Untersuchungen einlade und gegebenenfalls an den Termin erinnere. Das teilte Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) am Montag in Hannover mit.
Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU)

Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU)

© dpa (Archiv)

Rund 320 000 Eltern kleiner Kinder in Niedersachsen erhalten demnächst Post von den Behörden: Das Landesamt für Jugend und Soziales will ab April die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder bis zum vierten Lebensjahr verbindlicher machen. Die Landesregierung möchte damit ein strengeres Auge darauf haben, ob die Eltern die freiwillige Vorsorge wahrnehmen oder nicht. Vor allem Migrantenfamilien sollen zu einer stärkeren Teilnahme an den Untersuchungen motiviert werden. Die Hoffnung ist, Fälle von Verwahrlosung und Misshandlung schneller zu entdecken.

Die Familien würden per Brief eingeladen und gegebenenfalls an den Termin erinnert, sagte Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) am Montag. Wenn die Eltern daraufhin nicht an der Vorsorge teilnehmen, werde notfalls das Jugendamt eingeschaltet. Das Landesamt rechnet damit, dass in rund fünf Prozent der Fälle eine solche Meldung notwendig sein wird. Rechtlich verpflichtend sind die Untersuchungen aber weiterhin nicht. Niedersachsen ist eines der letzten Bundesländer, das die Früherkennungsuntersuchungen verbindlicher macht.

Bislang werde die Vorsorge von den Eltern sehr gut angenommen, sagte Ross-Luttmann. So lag die Quote der untersuchten Kinder bis zum ersten Lebensjahr 2006 bei über 90 Prozent. Allerdings nehme die Teilnahme an den späteren Untersuchungen wieder ab, sagte Gisbert Voigt von der Niedersächsischen Ärztekammer. Vor allem Kinder aus Migranten-Familien würden nicht so oft untersucht: Hier liegt die Quote nach Angaben des Sozialministeriums bei 60 bis 70 Prozent.

lni


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