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Krawalle

Runder Tisch gegen Gewalt bei Fußballspielen gefordert

Die Gewaltexzesse am Rande von Fußballspielen sollen bald Thema eines Spitzentreffens mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) sein.
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Bremens Innensenator Ulrich Mäurer

© Marcus Posthumus/ddp

Der Vorsitzende der Länder-Innenministerkonferenz, Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), äußerte sich am Freitag auf einer Fachtagung der Polizei zum Thema „Fußball und Gewalt“ „entsetzt“ über das Ausmaß der Krawalle und forderte für die Sommerpause ein Treffen mit DFB-Verantwortlichen. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, regte einen Runden Tisch bei Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) an. „Ich glaube nicht, dass DFB-Präsident Theo Zwanziger auch dort eine Einladung ablehnt“, sagte Landsberg mit Blick auf das Fernbleiben von DFB- und Fanprojekt-Verantwortlichen bei der Tagung.

Nach den Worten Mäurers gibt es beim Fußball „Situationen wie bei einem Bürgerkrieg. Ganze Straßenzüge sind anschließend nicht mehr begehbar“. Die Bekämpfung der Krawalle könne nicht allein bei der Polizei liegen, während „der DFB Fußball spielt“. Mäurer plädierte für ein härteres Vorgehen der Polizei gegen Gewalttäter: „Fans, die nicht zur Kooperation bereit sind, müssen sofort aus dem Verkehr gezogen werden.“. Auch die Bahn und die örtlichen Verkehrsbetriebe hätten eine klare Verantwortung. Bei der Anreise der Fans seien beispielsweise Kontrollen in den Zügen notwendig, um Täter frühzeitig festsetzen zu können.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, kritisierte, der DFB habe eine Chance verpasst, seine Position zu den Krawallen darzulegen. Er forderte den DFB auf, sich offensiver dem Problem der „massiven Gewaltentwicklung im Fußball zu stellen“. Laut Freiberg wird das gewaltbereite Potenzial bundesweit auf mehr als 12 000 Fans geschätzt. „Wir haben den Eindruck, dass dem DFB das Thema nicht behagt“, mutmaßte der GdP-Chef.

Die Polizei registrierte in der Fußball-Saison 2007/2008 über 4500 Straftaten. Bei Auseinandersetzungen wurden mehr als 900 Menschen verletzt, darunter über 100 Polizisten. Knapp 90 Prozent der Gewaltdelikte werden im Profifußball registriert.

DFB-Sprecher Harald Stenger sagte zu dem Ansinnen eines Treffens in Frankfurt am Main, „unabhängig davon, dass dies alles sehr kurzfristig erscheint, warten wir jetzt erst einmal ab, welche Vorschläge die GdP uns unterbreitet“. Der DFB sei „dialogbereit“.

Städte- und Gemeindebund-Chef Landsberg will auch die Justiz mit ins Boot holen. Staatsanwälte und Richter sollten bei den Polizeieinsätzen dabei sein. „Die Strafen für Randalierer müssen schnell kommen, damit sie am Montag nicht auf Arbeit erscheinen können“, sagte Landsberg. Dies würde wahrscheinlich Wirkung bei den Tätern hinterlassen.

Nach Angaben von Bremens Innensenator haben sich allein in seiner Stadt die Polizeieinsätze bei Fußballspielen in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Als neues Phänomen gebe es dabei die „Schwarzen Blöcke“, die durch die Innenstädte zögen und Auseinandersetzungen suchten.

Die Polizei sieht ihre Belastungsgrenzen erreicht. Hunderte Beamte müssten bereits bei Spielen der dritten oder vierten Liga für Sicherheit sorgen, sagte Freiberg. Er forderte deshalb vom DFB eine „Entzerrung der Spielpläne“, wenn Krawalle zu erwarten seien. Landsberg fügte hinzu: „Spätestens bei Spielabsagen als letzte Konsequenz würden die Fußball-Verantwortlichen wohl reagieren.“

ddp


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