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Kommissar Facebook

Polizeidirektion darf wieder bei Facebook fahnden

Die Polizeidirektion Hannover darf künftig wieder über das soziale Netzwerk Facebook fahnden. Das teilte am Morgen Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann mit.

Hannovers Polizei darf ab sofort auch wieder im sozialen Netzwerk fahnden.

© dpa

Hannover. In Zusammenhang mit dem sozialen Netzwerk war zuletzt die Polizei Hannover in die Kritik geraten. Sie hatte über Facebook nach Straftätern gefahndet und damit mehrere Fälle aufgeklärt. Nach Bedenken von Datenschützern stoppte die Polizeidirektion diese Fahndungsmethode vor gut zwei Wochen. Danach hatte es keine personenbezogenen Fahndungen bei Facebook mehr gegeben.

Nun hat das Ministerium offenbar eine Möglichkeit gefunden, personenbezogene Daten für Facebook-Fahndungen ins Internet zu stellen und dabei die amerikanischen Server zu umgehen.

Zudem kündigte Schünemann an, die Fahndungen nach Verbrechern bei Facebook sogar zu verstärken. "Wir planen, zeitnah einen zentralen Auftritt für alle Polizeidirektionen im Land beim Landeskriminalamt aufzunehmen", so der Innenminister. In den vergangenen zwölf Monaten habe das Pilotprojekt der Polizei Hannover bei dem sozialen Netzwerk "nur positive Erfahrungen" ergeben. "Bisher hatten wir acht Erfolge bei der Fahndung und Vermisstensuche", betonte der CDU-Politiker.

Aktuell hat die Polizei Hannover rund 98 000 Freunde bei Facebook. "Wir erreichen so mehr junge Menschen als über Aufrufe in Zeitungen. Darauf dürfen wir nicht verzichten." Um die Nutzung auch rechtlich abzusichern, werde lediglich der Rahmen etwas verändert.

Schünemanns Ausführungen werden bundesweit Beachtung finden. Denn derzeit existieren in zahlreichen Landeskriminalämtern Arbeitsgruppen, die prüfen, unter welchen Voraussetzungen sie die hannoversche Idee der Facebook-Fahndung übernehmen können. Unter anderem sind Hamburg und neuerdings auch Berlin interessiert.

Die Polizeidirektion hatte vor fast genau einem Jahr erstmals einen Fahndungsaufruf ins Netz gestellt. Nach dem Verschwinden der 19-jährigen Cicek Ö. aus Burgwedel suchten die Ermittler auch online nach Hinweisen zu ihrem Aufenthaltsort, weil die Schülerin viele Internetbekanntschaften pflegte. Doch bis heute ist der Fall noch nicht gelöst.

Insgesamt sind rund 60 Fälle auf der Facebook-Seite der Polizeidirektion veröffentlicht worden. Acht davon konnten bislang nach Zeugenaussagen der Internetgemeinde aufgeklärt werden.

Polizei Niedersachsen will verstärkt online Verbrecher jagen (Mit Bild)Hannover (dpa/lni) -


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