Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU).
Ehlen hat sich inzwischen von dem Plan verabschiedet, die Novelle nach der Sommerpause in den Landtag einzubringen. „Wir hoffen sehr, dass das im Gesetz im Herbst vom Kabinett verabschiedet wird“, hieß es am Donnerstag aus dem Ministerium.
Offenbar will die Koalition die schwierige Debatte um das Hundegesetz bis zur Bundestagswahl am 27. September klein halten. Die FDP hatte jüngst erhebliche Vorbehalte gegen den Ehlen-Entwurf geltend gemacht. Koalitionsinternes Gezänk aber dürfte den Wahlkampf empfindlich stören und würde so gar nicht zur Vorbildfunktion der schwarz-gelben Landesregierung passen, die der CDU-Landesvorsitzende David McAllister für eine Zusammenarbeit von CDU und FDP im Bund sieht.
Das Gesetz ist nach koalitionsinterner Einschätzung auch deshalb gefährlich, weil es zu viele Leute vor den Kopf stößt: Hundehalter auf der einen, Tierschützer auf der anderen Seite. „Das ist kein Thema, mit dem man im Wahlkampf punkten kann“, heißt es aus Kreisen der Landesregierung. „Ein echtes Verliererthema“ feixt die Opposition und kolportiert, Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) habe die Novelle in den „Giftschrank gepackt“, was aber umgehend aus dem Landwirtschaftsministerium dementiert wird.
Ein fertiger Referentenentwurf werde derzeit mit der Hausspitze diskutiert, sagte Ministeriumssprecherin Christiane Meyerdierks. Bis er das Ministerium verlassen hat, mit anderen betroffenen Ressorts abgestimmt ist und schließlich das Kabinett passiert hat, dürfte die Bundestagswahl aber gelaufen sein.
Neue Nahrung erhielt die Debatte um ein neues Hundegesetz am Donnerstag durch einen Vorfall in Cuxhaven: Ein Achtjähriger wurde von einem Mischlingshund ins Gesicht gebissen und schwer verletzt. Der Junge hatte den schlafenden Mischling aus australischem Hirtenhund und Golden Retriever streicheln wollen. Der Hund fühlte sich offenbar bedroht und schnappte zu. Weder das Tier noch sein 31-Jähriger Halter seien bisher aufgefallen, sagt ein Sprecher des Landkreises Cuxhaven. Der Hund wurde ins Tierheim gebracht, wo er sich laut Ministerium bisher unauffällig verhält. Gerade Golden Retriever gelten als gutmütige und beliebte Familienhunde. Nach Einschätzung des Ministeriums hätte auch das neue Hundesgesetz die Beißattacke nicht verhindern können.
Das Tier wäre „aller Erfahrung nach“ unter die von Ehlen geplante neue „20/40-Regelungen“ gefallen, sagte Meyerdierks. Die sieht für Halter von Hunden, deren Schulterhöhe mehr als 40 Zentimeter misst oder die schwerer als 20 Kilo sind, neue Einschränkungen vor. „Der Halter müsste seine Kompetenz nachweisen, bevor er den Hund ohne Leine und Maulkorb in der Öffentlichkeit führen darf.“ Diese „20/40-Regelung“ ist der FDP ein Dorn im Auge, weil sie sie für unverhältnismäßig hält.
Das Landwirtschaftsministerium kündigte am Donnerstag eine neue Initiative an, die gerade Kinder vor Hundeangriffen schützen soll: Parallel zum neuen Gesetz will Ehlen Projekttage zum Beispiel in Kindergärten einführen, „um zu üben, was man mit Hunden nicht machen sollte“, kündigte Meyerdierks an.
Kommentare
Hunde an die Leine ist das wenigste TS – 18.10.09
Wir haben hier Nachbarn, die ihre Hunde auf der Strasse rennen lassen und noch Steine auf die Autofahrer werden, wenn jemand daran vorbeifährt und nicht anhält.Fürhrungszeugnisse für Hudn und Halter sollten Pflicht sein, denn es gibt einfach zuviele Asoziale, die rücksichtslos machen, was sie wollen.Hundeverordnung Bearded Collie – 03.08.09
statistisch gesehen werden hauptsächlich Kinder im Alter bis zu 10 Jahren von Hunden attackiert.Voran mag das wohl liegen ??
Vielleicht sollten Eltern Ihren Kindern beibringen, wann und wie
man sich Hunden annähert, insbesondere fremden. Hundebesitzer
müssen Kindern immer erklären, wie
sie sich Hunden gegenüber zu verhalten haben.
z:B. niemals auf einen Hund zulaufen
beim streicheln niemals die Hand von oben auf den Kopf, sondern immer seitlich führen. Schlafende und fressende Hunde nicht stören.
Fremde Hunde sollten grundsätzlich
von Kindern und Erwachsenden in Ruhe
gelassen werden. Hunde beissen nicht aus Spaß, sondern vielmehr, weil sie sich bedroht fuehlen.
Wenn Hundebesitzer und alle anderen
verantwortungsvoll mit den Vierbeinern umgehen, werden auch die
bedauernswerten Vorfälle mit Hunden
weniger werden.
Eltern, Kindertagesstätten, Schulen und Hudebesitzer sollten den Kindern helfen, sich so zu verhalten, dass das Risiko einer
Hundeattacke minimiert werden kann.
Neue Verordnungen und Gesetze halte ich für überflüssig.
Sollte die neue Verordnung in Kraft treten, warum wird die Schulung und Prüfung nicht kostenfrei angeboten ?? Das Gesetz soll doch Übergriffe verhindern und nicht Geld in die Landeskasse bringen ?? Oder habe ich da etwas falsch verstanden ??
Ich verstehe das nicht.... Lenny – 02.08.09
Wieso müssen hunde, die nichts, aber auch gar nichts tuen, demnächst mit einem maulkorb gehen? es wird das sozialverhalten der hunde nicht besser, im gegenteil, es wird es verschlächtern. hunde die nur an der leine sind, können sich nicht normal verhalten. also stelle ich nun die frae: wieso können hunde nicht einfach einen wesenstest machen. wenn sie den bestehen, dürfen sie wieder ohne leine und maulkorb. wenn nicht, (dann verstehe ich) müsssen sie mit.Ich kann Ihnen sagen, was die hunde sich jetzt denken:<<wieso muss ich jetzt mit einem maulkorb laufen? wieso darf ich jetzt nicht mehr mit anderen hunden spielen? wieso? nur weil ich größer bin als andere? ich bin ein guter hund! und ich tue niemanden etwas. wieso tut ihr mir dan das an?>>
Das ... Hundebesitzer – 31.07.09
.. ist ja klar, das erst nach der Wahl den Hundebesitzern dieses schwachsinnige Gesetz um die Ohren gehauen wird. Weil man will doch nicht ca. 4Millionen Hundebesitzer ( WÄHLER ) verprellen!
P.S.:Mit einem Windhund zum Wesenstest, so kann man in Zeiten einer Wirtschaftskrise auch Geld machen! Danke liebe Politik