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Energiekonzern

EnBW muss Asse-Sanierung mitbezahlen

Der baden-württembergische Energiekonzern EnBW muss nach Meinung der Grünen für einen Großteil der Auslagerung des Atommülls aus dem maroden Salzstock Asse bezahlen.
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Atomfass
© Nancy Heusel (Symbolbild)

„Die EnBW muss sich ihrer Verantwortung stellen, denn mindestens 64 Prozent des radioaktiven Inventars in Asse stammen allein aus dem stillgelegten Kernkraftwerk Obrigheim“, sagte der baden-württembergische Grünen- Fraktionsvize Franz Untersteller der Deutschen Presse-Agentur dpa in Stuttgart. „Es kann nicht sein, dass die EnBW sich um eine längere Laufzeit des Altreaktors Neckarwestheim I bemüht, womit noch mehr Atommüll anfällt, aber so tut, als ginge sie der Skandal um jahrelange Billigentsorgung in Asse nichts an.“

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hatte am Freitag mitgeteilt, dass die 126.000 Fässer mit radioaktivem Material aus dem vom Einsturz bedrohten Atommülllager in Niedersachsen herausgeholt werden sollen. Zu den Kosten für die Räumung äußert sich das Amt derzeit nicht. Früher war von etwa zwei Milliarden Euro die Rede gewesen. In das Atommülllager dringt seit Jahren Wasser ein. Dort wurden zwischen 1970 und 1978 strahlende Abfälle eingelagert. Der überwiegende Teil stammt aus der früheren Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe (WAK), über die auch große Mengen radioaktiven Mülls aus baden-württembergischen Atomkraftwerken zu dem Salzstock gebracht und dort vergraben wurden.

Untersteller bezog sich in seinen Äußerungen auf Daten des Bundesumweltministeriums. Demnach wurden auch rund 15,7 Tonnen strahlenden Mülls aus dem Atomkraftwerk Neckarwestheim in der Asse eingelagert. Der Grünen-Politiker sagte, die EnBW sowie ihre Vorgängerunternehmen EVS und Badenwerk hätten über Jahrzehnte Milliardengewinne aus dem Betrieb der Kernkraftwerke eingestrichen:
„Nun muss sich der Konzern auch der Verantwortung für die Entsorgungskosten des angefallenen Atommülls stellen.“

Angesichts des Desasters in Asse müsse auch über das geplante Endlager für hoch radioaktive Abfälle in Gorleben diskutiert werden: „Wenn es nach weniger als 40 Jahren bereits zu Wassereinbrüchen in Asse kommt, kann dies auch in Gorleben nicht ausgeschlossen werden“, sagte Untersteller. Für die Endlagerung hoch radioaktiver Abfälle müsse aber die Sicherheit über mehrere zehntausend Jahre gewährleistet sein. Der Grünen-Politiker plädierte dafür, bundesweit nach neuen Standorten für ein Endlager zu suchen. Dabei müssten auch Gesteinsformationen wie Granit und Tonschichten geprüft werden.

lni


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