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Atommülllager Asse wird geräumt

Das Atommülllager Asse macht Geschichte: Die einsturzgefährdete Schachtanlage bei Wolfenbüttel soll geräumt werden. Dies haben Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und der Betreiber der Anlage, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), übereinstimmend empfohlen.
Protest gegen die Asse.

Protest gegen die Asse.

© Steffen/lni

Die Asse sei die weltweit erste unterirdische Atommülldeponie, aus der Abfall zurückgeholt werde, sagte BfS-Präsident Wolfram König am Freitag in Hannover. König nannte die Rückholung der 126 000 eingelagerten Fässer „die nach jetzigem Kenntnisstand beste Variante für den Umgang mit dem Atommüll“. Nach Angaben von Bundesumweltminister Röttgen soll der Asse-Müll ins Endlager Schacht Konrad in Salzgitter gebracht werden; König betonte hingegen, der Verbleib sei noch unklar.

Der BfS-Präsident begründete die Entscheidung für die Bergung der Fässer mit der Langzeitsicherheit. Als einzige von drei möglichen Stilllegungsvarianten könne die Rückholung des Abfalls die Langzeitsicherheit gewährleisten. Geprüft worden waren auch der Versatz der Asse mit Beton und Salzlösung sowie die Umlagerung der Abfälle in tiefere Bereiche des Bergwerks. Bei beiden Varianten sei nicht auszuschließen, dass irgendwann radioaktive Teilchen in die Umwelt gelangten, sagte König.

Die Räumung steht allerdings noch unter Vorbehalt. Erst nach der Öffnung einiger Einlagerungskammern werde entschieden, hieß es im Bundesumweltministerium. Weil nicht klar ist, in welchem Zustand die Fässer sich befinden, sollen bis zu 3000 Fässer stichprobenartig überprüft werden. Es gebe „keine Garantie dafür, dass sich der Weg der Rückholung des Atommülls auch als gangbar erweist“, betonte König. Wenn die Situation in den Kammern zu schlecht sei, müsse das Bergwerk verfüllt werden. Es gebe keine Erfahrung mit der Rückholung, räumte König ein. Es sollten vorwiegend ferngesteuerte Maschinen dabei eingesetzt werden. Dennoch bestehe die Gefahr der Strahlenbelastung für Mitarbeiter.

Die Asse muss geräumt werden, weil die Grube einsturzgefährdet ist. Seit 1988 dringt Wasser in das stillgelegte Kalisalzbergwerk.

Bei Politikern, Bürgern und Umweltgruppen stießen die Pläne des Bundes auf Zustimmung. Der frühere Bundesumweltminister und SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel forderte, die Vorbereitungen für die Räumung müssten unverzüglich beginnen. Es komme auch darauf an, dass die Atomwirtschaft und nicht die Steuerzahler die mehrere Milliarden Euro teure Auslagerung bezahle. Dies forderten auch die Grünen und die Umweltinitiativen. Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital sagte, die Verantwortlichen müssten sich anstrengen, das ehrgeizige Projekt auch bei Schwierigkeiten umzusetzen. Die Bürgerinitiativen, die seit Jahren die Räumung fordern, hätten sich eine klarere Entscheidung gewünscht. „Wir hätten erwartet, dass gesagt wird: In zwei Jahren holen wir das erste Fass raus“, sagte Reinhard Gerndt vom Asse-II-Koordinationskreis.

von Margit Kautenburger


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