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Atommüll-Lager

Asse-Sanierung kostet 1,5 Milliarden Euro

Die Planungen für die Rückholung der 126 000 Fässer mit Atommüll aus der Asse laufen bereits. Die Sanierung des Atommülllagers sollen mindestens 1,5 Milliarden Euro kosten.
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Milliarden-Kosten: Die Rückholung der 126.000 Fässer Atommüll wird teuer.

Milliarden-Kosten: Die Rückholung der 126.000 Fässer Atommüll wird teuer.

© ap

Die Asse-Sanierung wird mindestens 1,5 Milliarden Euro kosten. Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutzes (BfS), Wolfram König, sagte am Dienstag im „Deutschlandradio Kultur“, derzeit gebe es zwar keine belastbaren Schätzungen über die Kosten. Man könne jedoch einen Analogieschluss zur Schließung des DDR-Atommülllagers Morsleben vornehmen. „Dort rechnen wir mit rund 1,5 Milliarden Euro für das Schließungsprojekt“, sagte König. Ein BfS-Sprecher bestätigte die Angaben.

Die Planungen für die Rückholung der 126 000 Fässer mit Atommüll aus der Asse laufen bereits. Das sagte am Montagabend Michael Hoffmann, Fachbereichsleiter beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für Sicherheit nuklearer Entsorgung. Das BfS hatte zu einer Bürger-Information in die Lindenhalle in Wolfenbüttel eingeladen. Rund 500 Interessierte ließen sich dort das Konzept für die Schließung des maroden Atomlagers Asse erläutern. Das BfS will den radioaktiven Müll aus dem einsturzgefährdeten Salzbergwerk wieder herausholen. Der Plan wird von den Bürgern grundsätzlich begrüßt.

BfS-Präsident Wolfram König stellte aber auch klar, dass er noch keine Zeitangaben für die nächsten Schritte geben könnte. Dazu müssten noch technische und rechtliche Fragen geklärt werden. Unter anderem sind Untersuchungen in den Lagerkammern unter Tage geplant. Experten sollen zunächst überprüfen, wie stark die Atommüll-Fässer beschädigt sind.

Die Alternativen zur Rückholung wäre eine Verfüllung des Schachts oder eine tiefere Lagerung der Fässer in der Asse. Bei einem Optionen-Vergleich konnte für diese beiden Möglichkeiten jedoch keine Langzeitsicherheit ausgemacht werden.

„Wir gehen die Rückholung an“, sagte BfS-Mitarbeiter Hoffmann. Wenn es sich während der Arbeiten zeigen sollte, dass dies nicht möglich sei, müsse man umdenken. BfS-Präsident Wolfram König nannte die Entscheidung, die Fässer herausholen zu wollen, eine „wichtige, strategische Weichenstellung“. Und Ministerialdirektor Alexander Spinczyk-Rauch vom Bundesumweltministerium (BMU), sagte, dass BMU sei sind nicht zwingend an die Entscheidung des BfS gebunden, aber gut beraten ihr zu folgen.

Bedenken löste bei den Bürgern die mögliche Entsorgung des radioaktiven Abfalls im Schacht Konrad in Salzgitter aus, dem bundesweit einzigen genehmigten Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll. Die Atomkraftgegner wollen den Atommüll zwar aus der Asse heraus haben, aber nicht für alle Zeiten unzugänglich an anderer Stelle endgelagert sehen. Sie wollen eine Zwischenlagerung, die späteren Generationen den Zugriff und eine dann vielleicht bessere Entsorgung möglich macht.

Kritische Fragen gab es auch zur technischen Umsetzung der BfS-Pläne. Beschäftigte und Anwohner müssten vor Strahlungen geschützt sein, forderten viele Zuhörer. Laut BfS-Präsident Wolfram König sollen nach jetzigem Stand 75 Prozent der Rückhol-Arbeiten ferngesteuert erledigt werden. Bei den verbleibenden 25 Prozent würden für die Beschäftigten Strahlenbelastungen anfallen, die unter den erlaubten Werte liegen würden.

lni


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