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KRISE: Karstadt drohen weitere Einschnitte.© Decker

Kaufhaus-Krise

Endspurt für Karstadt-Verkauf

Endspurt im Rennen um das Schicksal der insolventen Warenhauskette Karstadt. Nachdem die Karstadt-Gläubiger mit der Annahme des Insolvenzplans grünes Licht für einen Verkauf der Warenhauskette gegeben haben, sollen mögliche Investoren bereits bis Freitag kommender Woche ihr Angebot vorlegen. Dabei geht es um 120 Warenhäusern und 26 000 Beschäftigte.

ESSEN. Eine zunächst in dem Insolvenzplan vorgesehene Frist für einen Abschluss des Verkaufs bis Ende April wurde in letzter Minute auf Antrag eines Gläubigers wieder entschärft. Der Gläubigerausschuss kann die Frist nun entweder komplett aufheben oder auch verlängern. Ziel sei es weiterhin, Karstadt so schnell wie möglich zu verkaufen, sagte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg.

 

Von sechs an dem Verkaufsprozess beteiligten Interessenten seien mit einem Kandidaten bereits „sehr intensive Gespräche“ geführt worden, hieß es am Rande der Veranstaltung. Namen von möglichen Interessenten wurden nicht genannt. Ziel des Insolvenzverwalters ist es weiterhin, die Warenhauskette als Ganzes zu verkaufen. Eine Zerschlagung des Unternehmens kann er jedoch auch nicht ausschließen. „Das ist ein kompliziertes Geflecht von Tuscheleien“, umschrieb Görg den seit Wochen laufenden Verkaufsprozess.

 

Auch nach dem möglichen Einstieg eines Investors drohen weitere Einschnitte bei dem Warenhausunternehmen. „Die eigentliche Restrukturierung hat Karstadt noch vor sich“, sagte der für die Ausarbeitung des Insolvenzplans zuständige Rechtsanwalt Helmut Balthasar bei der Versammlung. Mit dem Insolvenzplan habe das Unternehmen jedoch nun eine Chance zum Überleben. „Die Arbeit ist noch nicht getan“, sagte Balthasar.    

Für den Insolvenzplan hatten sich unter anderem Vermieter, Beschäftigte und Dienstleiter bereits zu Sanierungsbeiträgen in Millionenhöhe verpflichtet. So sollen die Beschäftigten für einen Zeitraum von drei Jahren unter anderem auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten und so einen Beitrag von mehr als 150 Millionen Euro leisten. Bis Ende März waren unter der Regie des Insolvenzverwalters bereits 13 Filialen geschlossen und rund 1000 Arbeitsplätze abgebaut worden.

 

Der Karstadt-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Helmut Patzelt zeigte sich optimistisch, dass eine Rettung der Warenhauskette gelingen könne. Patzelt wies daraufhin, dass die Warenhauskette derzeit schwarze Zahlen schreibe.     Von über 2,7 Milliarden Euro an angemeldeten Forderungen waren bei der Veranstaltung 2,45 Milliarden Euro durch 154 in Essen tatsächlich erschienene Gläubiger vertreten. Die Gläubiger sollen nach den Regelungen des vorgestellten Insolvenzplans auf bis zu 97 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Zusätzliche Einnahmen können die Gläubiger etwa bei einer Reduzierung der angemeldeten Forderungen etwa durch die Finanzbehörden und bei einem Verkauf der Warenhauskette erwarten.

 

Die Gläubiger hätten dem vorgelegten Insolvenzplan mit nahezu 100 Prozent zugestimmt, sagte Görg. Ein von einem einzelnen Gläubiger eingelegter Widerspruch wurde zurückgewiesen. Am 31. Mai möchte das Essener Amtsgericht nun auch formell über die Annahme des Insolvenzplans beschließen. Bis dahin müssen alle Bedingungen des Insolvenzplans erfüllt sein.  


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