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Nach der Arcandor-Pleite

Das sind die wichtigsten Verbraucherfragen

Was bedeutet die Pleite von Arcandor für die Verbraucher? Die Neue Presse beantwortet die wichtigsten Fragen.

Sind Vorauszahlungen nach der Pleite verloren?

Im schlimmsten Fall können die Kunden Pech haben und die Anzahlung für den Küchenschrank, die Waschmaschine oder die Sitzcouch geht tatsächlich in die Insolvenzmasse über. Ob ein insolventes Unternehmen wie Karstadt weiterhin liefern kann, ist aber von Fall zu Fall unterschiedlich. Das hängt davon ab, was für Vereinbarungen getroffen werden und wie sich die betroffenen Hersteller künftig gegenüber Arcandor verhalten. Eine Insolvenz bedeutet nicht automatisch eine Stornierung der Aufträge.

Wie sieht es mit Nachkaufgarantien aus?

Das zur Hochzeit geschenkt bekommene Geschirr ist großteils zerdeppert und muss ersetzt werden, bevor Schwiegermutter demnächst etwas mitbekommt? Lieber gleich prüfen: Eine rechtliche Verpflichtung für Nachkaufgarantien bei Geschirrsets oder Möbeln gibt es Verbraucherexperten zufolge nicht. Wenn sie als freiwillige Leistung angeboten werden, betreffe dies zudem eher die Hersteller als den Händler. Es lohnt sich also, bei den Produzenten nachzufragen, ob und wo es die Produkte weiterhin zu kaufen gibt.

Wie sieht es mit gebuchten Reisen aus?

Die Arcandor-Touristiksparte Thomas Cook ist von der Insolvenz nicht betroffen. Das Unternehmen ist an der Londoner Börse gelistet und arbeitet operativ weitgehend unabhängig vom Mutterkonzern. Kunden, die bei Thomas Cook Urlaub gebucht haben, müssen sich deshalb wohl auch keine Sorgen machen. Ansonsten gilt: Urlaubsreisen sind in Deutschland seit mehreren Jahren verpflichtend durch sogenannte Reisesicherungsscheine geschützt. Dabei handelt es sich um Versicherungen, die greifen, wenn ein Reiseveranstalter pleite geht.

Wie lange steht noch etwas in den Regalen?

Solange das Geschäft von Arcandor fortgeführt wird, steht die Ware in den Regalen der Karstadt-Kaufhäuser auch weiterhin zum Verkauf. Im günstigsten Fall bemerken Karstadt-Kunden in der Kaufhaus-Ausstattung keinen Unterschied. Möglicherweise bleibt auch der Name Karstadt erhalten. Sollte allerdings beschlossen werden, dass Standorte geschlossen werden müssen, werden die Regale und Lager in der Regel mit Hilfe von Räumungsverkäufen schnell geleert. Ob und wann diese beginnen könnten, steht aber noch nicht fest.

Was passiert mit Garantieansprüchen?

Verbraucher sind für zwei Jahre durch die gesetzliche Gewährleistung gegen Sachmängel geschützt. Diese Pflicht übernimmt der Händler gegenüber dem Käufer. Bei einer Pleite wird dieser Anspruch aber von Fall zu Fall unterschiedlich erfüllt. Dies hängt von den Vereinbarungen zwischen Händler und Hersteller, sowie von den Ansprüchen der Gläubiger ab. Ansprüche sollten zügig geltend gemacht werden, notfalls direkt beim Insolvenzverwalter. Nicht betroffen von einer Pleite ist die Herstellergarantie, die über die Gewährleistung hinaus gilt.

Kann Ware noch umgetauscht werden?

Da die Zukunft von Arcandor noch unklar ist, sollten Kunden ihre Ware möglichst rasch umtauschen. Gleiches gilt für das Einlösen von Gutscheinen: Wenn man auf Nummer sicher gehen will, sollte man nicht warten. Dies gilt laut Verbrauchexperten für Karstadt ebenso wie für die Arcandor-Versandsparte Primondo, die zum Teil insolvent ist, wie auch das Versandhaus Quelle. Spezialversender wie Baby Walz, Hess Natur und Madeleine, die ebenfalls zu Primondo gehören, sind nicht betroffen.

Versicherungsschutz: Gilt er jetzt noch?

Auf Kunden der KarstadtQuelle-Versicherungen hat die Insolvenz von Arcandor keinerlei Auswirkungen. Das Unternehmen ist schon seit Ende 2008 vollständig im Besitz der Ergo-Gruppe, eine Verbindung mit Arcandor besteht nur noch über den Namen. Grundsätzlich sind Verbraucher bei der Pleite eines Versicherers ohnehin durch einen Sicherungsfonds oder ein Sonderkündigungsrecht besonders geschützt. Den Namen KarstadtQuelle will die Versicherung weiterhin behalten, um Kunden nicht zusätzlich zu verunsichern.

KarstadtQuelle-Bank: Ist mein Guthaben sicher?

Die gut eine Million Kunden der KarstadtQuelle Bank müssen sich keine Sorgen um ihre Kreditkarte oder sogar um ihr Guthaben machen. Denn der Finanzdienstleister gehört nicht mehr zur Arcandor AG. Seit 1. April ist die KarstadtQuelle Bank ein Tochterunternehmen der Valovis Bank in Essen (ehemals Karstadt Hypothekenbank AG). Grundsätzlich sind Spareinlagen des Instituts durch die gesetzliche Einlagensicherung, den Einlagensicherungsfonds der Banken sowie die von der Bundesregierung ausgesprochene Garantie geschützt.


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