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Rund 97 000 Frauen und Männer haben Leid und Unrecht in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie in Westdeutschland oder der DDR erfahren.

Rund 97 000 Frauen und Männer haben Leid und Unrecht in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie in Westdeutschland oder der DDR erfahren. © Stephanie Pilick

Soziales

Zweiter Heimkinderfonds kommt

Sie wurden vielfach geschlagen, gedemütigt, missbraucht - jetzt sollen Menschen Geld bekommen, die als Kinder in Psychiatrie oder Behinderteneinrichtungen waren.

Berlin. Nach langem Ringen soll es einen neuen Hilfsfonds für zehntausende Menschen geben, die als Kinder in Behindertenheimen oder in der Psychiatrie Leid erlitten haben.

"Nach jahrelangen Verhandlungen ist endlich der Durchbruch geschafft", sagte Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) nach den Verhandlungen von Bund und Ländern am Abend der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. 

Betroffen sind nach einer Schätzung noch rund 97 000 Frauen und Männer, die Leid und Unrecht in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie in Westdeutschland oder der DDR erfahren haben. Sie sollen jeweils 9000 Euro bekommen können. 

"Die Einigung zum Start der "Stiftung Anerkennung und Hilfe" ist eine gute Nachricht für alle Betroffenen, die schon viel zu lang auf unsere Hilfe warten", sagte Nahles. "Ich freue mich sehr, dass wir uns heute hier gemeinsam auf eine Lösung einigen konnten, die nun auch hoffentlich bald bei den Betroffenen ankommen kann." 

Viele Betroffene waren Opfer von körperlicher, oft auch sexueller Gewalt. Häufig mussten sie in den Heimen ohne Bezahlung arbeiten. Seit rund drei Jahren laufen Verhandlungen und Vorbereitungen von Bund, Ländern und Kirchen für Hilfen. Betroffene hatten in Medienberichten unter anderem von Schlägen, kalten Schockbädern oder dunklen Zellen berichtet.

Die Betroffenen bekommen keine Unterstützung aus einem bereits bestehenden Fonds für Menschen, die als Kind in Erziehungsheimen waren. Tausende Betroffene waren auch lediglich verhaltensauffällig und kamen mit falschen Diagnosen in die Heime.

dpa


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