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Ein Ort trauert

Zwei Rentner aus Falkensee unter den Opfern in der Türkei

Falkensee steht unter Schock, langsam sickert die brutale Botschaft erst ins Bewusstsein der Bürger der 43000-Einwohner-Stadt im westlichen Berliner Speckgürtel:  Mit Marianne (71) und Rüdiger Faber (73) hat die Stadt zwei ihrer aktivsten Bürger - in Diensten des Sportvereins TSV Falkensee mit seinen 2500 Mitgliedern haben sie sich unvergesslich gemacht. Das Rentnerehepaar starb bei dem Bombenanschlag in Istanbul.

Falkensee. Schwiegertochter Birgit Faber, Präsidentin des TSV, hatte schon eine böse Vorahnung, als sie die Nachricht von dem vermutlich islamistischen Attentat erhielt, die Schwiegereltern sich aber nicht meldeten. Nachts um 1 Uhr standen dann Beamte des Bundeskriminalamts vor der Tür und überbrachten die traurige Neuigkeit.

„Wir waren natürlich geschockt. Es ist einfach unfassbar“, sagte Birgit Faber „Jetzt ist der Terror bei uns im beschaulichen Falkensee angekommen.“ Noch in den Morgenstunden erhielt die Familie Faber von verschiedenen Seiten die Bestätigung für den Tod der Eltern von Andreas, ihres Mannes. Anja Grau, eine ehemalige Turntrainerin im TSV Falkensee, sagte, dass in den türkischen Medien die Namen der Opfer schon veröffentlicht worden sind. Ein Bekannter aus Falkensee hatte gehört, dass es in Istanbul zwei Opfer aus Falkensee gegeben habe. „Das müssen sie im Radio angesagt haben“, so Birgit Faber.

Die ersten Beileidsbekundungen seien dann aus dem Sportverein gekommen. „Auch meine Schwiegereltern haben ja im Verein fast alles mitgemacht. Bei unseren Weihnachtsgalas und den Wettkämpfen des Falkenseer Sommers waren die Pilzpfannen von ihnen bei allen bekannt. Zu Hause haben sie uns den Rücken freigehalten und die Kinder genommen, wenn wir zu Veranstaltungen oder Wettkämpfen des Vereins unterwegs waren“, erzählte Birgit Faber. „Überhaupt haben die Reaktionen wieder gezeigt, wie super der Zusammenhalt bei uns im Verein ist“, sagte sie weiter.

Ihr und ihrer Familie gehe es so weit gut, wie  man das in dieser Situation sagen könne. „Aber eins ist klar. Der Tod meiner Schwiegereltern wird unser Leben verändern“, sagte Birgit Faber.   Bei aller Trauer: Die Schwiegertochter spricht aus, was die Verstorbenen gedacht hätten: „Wir lassen uns das Leben nicht verbieten!“ Ihre Schwiegereltern seien trotz der Anschläge in Ägypten vor einigen Jahren weiter in muslimische Länder gefahren. „Reisen war ihre Leidenschaft“, sagt die Schwiegertochter über das Paar. Rüdiger Faber habe unbedingt in einem berühmten Hochhaus in Abu Dhabi übernachten wollen. „Das war sein Traum“, sagt seine Schwiegertochter. Deswegen traten die Eheleute die Drei-Länder-Reise an. Istanbul war eigentlich nur ein Zwischenstopp.

Ulrich Wangemann /Axel Eifert


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