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Deutschland/Welt Zeitenwende in Argentinien: Konservativer Macri gewinnt Wahl
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12:13 23.11.2015
Mauricio Macri wurde als Präsident des Fußballvereins Boca Juniors landesweit bekannt. Foto: David Fernandez
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Buenos Aires

Argentinien steht nach dem Sieg des konservativen Oppositionsführers Mauricio Macri bei der Präsidentenwahl vor einem Richtungswechsel.

Der 56 Jahre alte Bürgermeister der Hauptstadt Buenos Aires setzte sich am Sonntag mit 51,4 Prozent der Stimmen gegen den Kandidaten der Links-Regierung, Daniel Scioli, durch, der nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis in einer Stichwahl auf 48,6 Prozent kam. Macri löst die linkspopulistische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner ab, die im zweitgrößten Land Lateinamerikas seit 2007 an der Macht ist.

"Dies ist ein historischer Tag, ein Epochenwechsel, der uns eine Zukunft des Wachstums und Fortschritts bringen wird", sagte Macri, der für das Mitte-Rechts-Bündnis Cambiemos ("Lasst uns verändern") antrat. Sein Ziel sei, "ein Argentinien mit Null Armut aufzubauen, den Drogenhandel zu besiegen und alle Argentinier zu einen." Zugleich warnte er: "Revanchen oder Abrechnungen dürfen diesen Wandel nicht aufhalten."

Macri, Ingenieur, Unternehmer und einst Präsident des Maradona- Fußballvereins Boca Juniors, hat allerdings im Parlament keine eigene Mehrheit. Als einen seiner ersten Schritte kündigte er deshalb an, einen Regierbarkeits-Pakt mit allen Parteien auszuhandeln.

Der 56-Jährige setzt sich im Gegensatz zu den vorherigen linken Regierungen für mehr Marktwirtschaft und weniger Einfluss des Staates in Argentinien ein. So will er Geldgeber anlocken.

Die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas macht derzeit wirtschaftlich schwierige Zeiten durch. Auch außenpolitisch deutete Macri einen Wandel an: Die Kirchner-Regierung hatte noch die Nähe Venezuelas, Russlands oder Chinas gesucht.

Rivale Scioli (58) gestand seine Niederlage noch in der Wahlnacht ein. Fernández de Kirchner rief Macri an und lud ihn für Dienstag zu einem Treffen in der Präsidentenresidenz ein. Die Amtsübergabe ist für den 10. Dezember geplant.

Die Staatschefin selbst durfte laut Verfassung nach zwei Amtsperioden nicht erneut kandidieren. Zuvor hatte ihr 2010 verstorbener Mann Néstor das Land von 2003 bis 2007 regiert. Die Wahlbeteiligung lag bei 81 Prozent.

dpa

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