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Deutschland/Welt Zahlreiche Konfliktpunkte bei Klimagipfel in Kopenhagen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Zahlreiche Konfliktpunkte bei Klimagipfel in Kopenhagen
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16:03 10.12.2009
Mitglieder der chinesischen Delegation bei der Klimakonferenz in Kopenhagen. Quelle: AFP

Kopenhagen. Im Zentrum des Interesses standen am Donnerstag die weltgrößten Klimasünder, die USA und das mächtige Schwellenland China, die ihren Schlagabtausch fortsetzten. UN-Klimachef Yvo de Boer sprach indes von „guten Fortschritten“ bei den Verhandlungen.

Bei der Vergabe von Finanzhilfen für die Schwellen- und Entwicklungsländer zur Anpassung an den Klimawandel solle China nicht der erste Adressat sein, sagte US-Delegationsleiter Jonathan Pershing AFP. Wenn über die bedürftigsten Staaten nachgedacht werde, „würde ich nicht bei China anfangen“.

Am Mittwoch hatte Chinas Klima-Botschafter Yu Qingtai scharf auf ähnliche Äußerungen des US-Chefunterhändlers Todd Stern reagiert und erklärt, die Industriestaaten hätten die Erderwärmung verursacht, deswegen stünden sie bei den armen Ländern in der Verantwortung. für die Entwicklungs- und Schwellenländer hatte Yu 300 Milliarden Dollar (200 Milliarden Euro) Anpassungshilfen verlangt. Stern seinerseits hatte zuvor erklärt, weder die USA noch andere Industrieländer seien zu „Reparationen“ verpflichtet.

China und die USA sind die weltgrößten Emittenten des Treibhausgases CO2. Ein Durchbruch bei den Klimaschutz-Verhandlungen gilt als ausgeschlossen, solange Washington und Peking keine gemeinsame Basis finden. Im Zentrum des Klimagipfels, der am 18. Dezember zu Ende gehen soll, stehen Vereinbarungen zur Minderung des Treibhausgas-Ausstoßes und über die Anpassungshilfen für die Entwicklungs- und Schwellenländer.

China und andere einflussreiche Schwellenländer wollen derweil in Kopenhagen offenbar auf eine „bindende“ Ergänzung des Kyoto-Protokolls dringen, welche die Industrienationen zur Senkung ihres CO2-Ausstoßes bis 2020 um mehr als 40 Prozent im Vergleich zu 1990 verpflichtet. Dies geht aus einem Dokumentenentwurf hervor, der AFP am Donnerstag vorlag. Die EU hat bislang maximal 30 Prozent angeboten.

Am Mittwoch hatten China und andere Schwellenstaaten einen Vorschlag des Inselstaates Tuvalu abgelehnt, sich auf verbindliche Ziele zur Treibhausgas-Reduzierung zu verpflichten. Der Vorstoß Tuvalus wurde von Dutzenden sehr armen und für Klima-Veränderungen besonders anfälligen Staaten unterstützt. Ihnen allen reicht die allgemein anvisierte Beschränkung der Erderwärmung auf zwei Grad nicht, sie fordern eine niedrigere Marke von anderthalb Grad.

Entwicklungs- und Schwellenländer gemeinsam hatten sich bereits gegen einen Entwurf des Gastgeberlands Dänemark für eine politische Vereinbarung gewehrt: Dem Entwurf zufolge würde auch den armen Ländern ein noch zu bestimmender Zeitpunkt für einen Spitzenausstoß von Klimagasen gesetzt - danach müssten auch sie ihre Emissionen senken.

De Boer sieht in Kopenhagen „gute Fortschritte“ vor allem in der Frage des Technologie-Transfers zur Anpassung armer Länder an die Klimawandel-Folgen. Es herrsche die Bereitschaft zu ernsthaften Verhandlungen. Den Auftakt der am Montag begonnenen Konferenz verglich De Boer mit einem Umzug: „Nach ein oder zwei Tagen richten die Leute sich ein, sie haben die Elektrogeräte gefunden, die Vorhänge in den Zimmern angebracht und sind bereit, an die Arbeit zu gehen. An diesem Punkt stehen wir heute.“

AFP

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