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Die irakische Stadt Mossul wurde nach monatelangen Kämpfen vom IS befreit.

Die irakische Stadt Mossul wurde nach monatelangen Kämpfen vom IS befreit.
© dpa

IS-Kämpferin

Wurde Linda aus Sachsen im Irak festgenommen?

Unter den 20 IS-Kämpferinnen, die in der irakischen Stadt Mossul gefangen genommen wurden, soll auch die 16-jährige Linda aus dem sächsischen Pulsnitz sein. Das Landeskriminalamt Sachsen prüft derzeit ihre Identität. Die Schülerin war vor einem Jahr verschwunden.

Berlin. Nachdem das irakische Militär 20 IS-Kämpferinnen in der irakischen Stadt Mossul festgenommen hat, prüft das Landeskriminalamt Sachsen, ob eine der Frauen die 16-jährige Linda aus dem sächsischen Pulsnitz ist. Die Schülerin war vor einem Jahr von Dresden nach Istanbul geflogen und soll von dort weiter nach Syrien gereist sein. Das Mädchen war zum Islam konvertiert und soll sich dem sogenannten Islamischen Staat (IS) angeschlossen haben.

Dem MDR sagte LKA-Sprecher Tom Bernhardt, nach verschiedenen Quellen handele es sich um die vermisste 16-Jährige aus Pulsnitz. Nun würden vorhandene Fotos mit älteren Aufnahmen des Mädchens verglichen. Sollte sich die Identität bestätigen, könnte ein Auslieferungsgesuch gestellt werden.

Vier weitere Deutsche könnten unter den Festgenommenen sein

Unter den Festgenommenen sollen laut Medienberichten außerdem vier weitere Frauen aus Deutschland sein. Woher sie stammen und wie lange sich schon in den Reihen des IS kämpften, ist bisher unbekannt. Zusammen mit Frauen aus Russland, der Türkei, Kanada, Libyen, dem Kaukasus und Syrien sollen sie sich in einer Tunnelanlage in der Altstadt von Mossul versteckt gehalten haben. Angeblich waren die Frauen mit Waffen und Sprengstoffgürteln ausgerüstet.

Die Geschichte von Linda aus Pulsnitz hatte schon vor einem Jahr große Aufmerksamkeit erregt. Sie war im Sommer 2016 verschwunden, kurz nachdem sie zum Islam konvertiert war. Die damals 15-Jährige hatte einen Flug in die Türkei gebucht und war am 1. Juli 2016 mit einer gefälschten Vollmacht der Eltern vom Flughafen Dresden über Frankfurt nach Istanbul geflogen. Laut einem Bericht des Fernsehsenders RTL soll die Schülerin schon Monate vorher den Koran gelesen und nur noch lange Kleidung getragen haben. Ihren Schuldirektor habe sie gefragt, ob sie mit Kopftuch zur Schule kommen könne.

Linda soll über das Internet mit dem IS Kontakt gehabt haben

Die Eltern hatten ihr Kind kurz nach dem Verschwinden als vermisst gemeldet. Der Teenager soll über Internet-Chats mit IS-Anhängern in Kontakt gestanden haben. Laut RTL fanden die Eltern nach dem Verschwinden ihrer Tochter einen Tablet-PC mit islamischen Fotos und entdeckten einen zweiten Facebook-Account, über den das Mädchen nur Kontakt zu arabischen Freunden gehabt haben soll.

Die Staatsanwaltschaft in Dresden, die die junge Frau im Iran oder in Syrien vermutet hatte, ermittelte gegen sie wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Die Behörde stellte die Ermittlungen wegen Abwesenheit des Mädchens aber ein.

Von RND/ang

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