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Deutschland/Welt Wolfsburger Polizei-Affäre wird zur Schlammschlacht
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Wolfsburger Polizei-Affäre wird zur Schlammschlacht
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00:17 21.09.2016
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Wolfsburg

Die Unterzeichner, die zum engsten Umfeld Podehls gehören, geben an, sie wüssten nicht, wie sie sich gegenüber der 35-Jährigen verhalten sollen. Mit der Wiederaufnahme des Dienstes der leitenden Beamtin in Wolfsburg werden Fakten geschaffen, die eine Rückkehr Podehls auf den Sessel des Inspektionsleiters praktisch ausschließen. Zahlreiche Mitarbeiter vermuten darum, dass der 60-Jährige hinter der Aktion mit dem Brief steckt. Kürzlich hatte noch einer seiner Vertrauten über Podehl gesagt: „Er will kämpfen.“

Auch mit allen Mitteln? Podehl wird vorgeworfen, die Kripo-Chefin über Monate gestalkt zu haben (NP berichtete). „Der Spiegel“ berichtete, dass er der 25 Jahre jüngeren Frau Nachrichten mit Liebeserklärungen und Pferdebildern geschickt habe, die ausgedruckt auf 150 DIN-A-4-Seiten passen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig prüft, ob sich der Polizeidirektor wegen Nachstellung strafbar gemacht hat. Das Ergebnis steht aus. So oder so: Diziplinarrechtlich dürfte es eng werden für Podehl. Die Briefeschreiber fordern Pientka nun auf, die Rückkehr der 35-Jährigen so lange auszusetzen, bis die Vorwürfe geklärt sind.

Wolfsburger Lokalblätter berichteten Sonnabend, eine Mehrheit von 20 Mitarbeitern aus dem „Leitungsteam“ der Inspektion habe den Brief unterschrieben. Es entsteht der Eindruck, es handele sich um leitende Beamte an der Spitze der Dienststelle. Das ist falsch. Die angeblich besorgten Mitarbeiter sind ein kleiner Kreis bekannter Getreuer Podehls - darunter sollen auch Schreibkräfte sein. Auffällig: Kein Leiter und kein Beamter der Fachkommissariate, der Kommissariate Helmstedt, Fallersleben und Vorsfelde sowie der Dienstschichten haben sich angeschlossen. Den knapp 20 Unterzeichnern stehen rund 500 Bedienstete der Inspektion Wolfsburg-Helmstedt gegenüber.

Das Disziplinarverfahren gegen Podehl ist während der Prüfung der Staatsanwaltschaft ausgesetzt. Auch gegen Pientka hatte Innenminister Boris Pistorius disziplinarische Ermittlungen einleiten lassen, die vorerst ausgesetzt sind. Pientka hatte Podehl zunächst auf seinem Posten belassen und die Kripo-Chefin nach Braunschweig geholt. Wochen später löste er Podehl ab und sprach von einem Fehler, als er den Ex-Inspektions- chef in seinem Amt beließ. Folgerichtig soll nun die 35-Jährige zurück in ihren Job. Eine Stellungnahme aus dem Ministerium gab es gestern nicht.

von Britta Mahrholz

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