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Sozialkaufhaus der Diakonie. Als armutsgefährdet gelten Menschen, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügen.

Sozialkaufhaus der Diakonie. Als armutsgefährdet gelten Menschen, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügen. © Jens Büttner/Archiv

Bevölkerung

Wieder mehr Deutsche von Armut bedroht

Die deutsche Wirtschaft wächst, die Beschäftigungslage ist gut und dennoch stieg im vergangenen Jahr das Risiko von Armut betroffen zu sein. Hat die Politik versagt?

Berlin. Ungeachtet der guten Wirtschaftslage sind wieder mehr Menschen in Deutschland von Armut bedroht. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor, die dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vorliegen.

Demnach stieg der Anteil der von Armut bedrohten Menschen 2015 auf 15,7 Prozent - 0,3 Punkte mehr als im Vorjahr. 2014 war die Quote leicht gefallen.

Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, warf der Bundesregierung mangelnde Entschlossenheit bei der Armutsbekämpfung vor. "Wenn die Armut trotz guter Wirtschaftsdaten zunimmt, ist dies auch ein Zeichen politischen Versagens und einer verfehlten Sozialpolitik", sagte er.

Je nach Bevölkerungsgruppe stieg der Anteil dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr unterschiedlich stark: bei Erwerbslosen von 57,6 auf 59,0 Prozent, bei Menschen ohne Schulabschluss von 44,7 auf 46,3 Prozent und bei Familien von 14,9 auf 15,3 Prozent. Bei Berufstätigen ist das Armutsrisiko demnach trotz eines leichten Anstiegs von 0,1 Punkten auf 6,3 Prozent relativ niedrig.

Als armutsgefährdet gelten Menschen, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügen. 2014 waren das weniger als 917 Euro monatlich.

dpa


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