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Donald Trump

Donald Trump
© AP

US-Wahl 2016

Wie russische Twitter-Konten von negativen Trump-Nachrichten ablenkten

Russland hat vor der US-Präsidentschaftswahl mit Hilfe von Twitter-Meldungen von negativen Nachrichten über Donald Trump abzulenken versucht. Eine Analyse gelöschter Twitter-Konten zeigt, wie russische Handlanger die Aufmerksamkeit auf Kritik an den Mainstream-Medien und Hillary Clinton lenkten.

San Francisco. Die Analyse der Nachrichten Agentur AP illustriert die Strategie der russischen Einmischung. Das Ausmaß des Eingriffs ist der Gegenstand von Untersuchungen des US-Parlaments und strafrechtlicher Ermittlungen von Sonderermittler Robert Mueller.

AP hat 36 210 Tweets von 382 der Konten untersucht, über die das Unternehmen Twitter in der vergangenen Woche parlamentarische Ermittler informierte. Das Unternehmen hat die Konten deaktiviert, doch AP hat einige Tweets in einem Archiv aufgespürt. Sie wurden zwischen dem 31. August 2015 und dem 10. November 2016 veröffentlicht.

„Die Mainstream-Medien sind wieder aktiv“

Kurzmitteilungen von Konten mit russischer Unterstützung wie @America_1st_ und @BatonRougeVoice lenkten im Oktober des vergangenen Jahres aktiv von Meldungen über eine Tonaufnahme ab, in der Trump derbe Kommentare über das Begrapschen von Frauen macht. Gleichzeitung machten sie auf nachteilige E-Mails aufmerksam, die bei einem Hacker-Angriff auf Clintons Wahlkampfleiter John Podesta erbeutet wurden.

Die Russen folgten offenbar der Strategie, rasch zu reagieren, zu verdrehen und die Aufmerksamkeit von allen negativen Nachrichten über Trump abzulenken.

So twitterte @America_1st_ beispielsweise am Nachmittag (Ortszeit) des 7. Oktober: „MSM (die Mainstream-Medien) sind wieder aktiv mit Billy-Bush-Aufnahme ... Wie wäre es, den Amerikanern zu erzählen, wie Hillary einen Vergewaltiger verteidigte und später seine Opfer auslachte?“ Das Konto, das zeitweise 25 045 Follower hatte, veröffentlichte den Tweet wenige Stunden nachdem die „Washington Post“ mit einem Bericht Trumps Kommentare zu dem Fernseh- und Radiomoderator Bush über das Küssen und Begrapschen von Frauen öffentlich machte. Er sagte: „Wenn man ein Star ist, lassen sie es einen machen.“

Twitter informiert parlamentarische Ermittler

Innerhalb einer Stunde nach Veröffentlichung des Artikels ließ auch WikiLeaks eine Bombe platzen. Dabei ging es um E-Mails, die bei dem Hacker-Angriff auf Podesta erbeutet worden waren. Russische Twitter-Konten hatten dies zuvor bereits tagelang angedeutet.

„Assange von WikiLeaks signalisiert Veröffentlichung von Dokumenten vor US-Wahl“ twitterten beispielsweise @SpecialAffair und @ScreamyMonkey mit einem Zeitabstand von einer Sekunde. @SpecialAffair hatte damals 11 255 Follower und @ScreamyMonkey 13 224. Beide Konten wurden Ende Dezember 2014 mit einem zeitlichen Abstand von höchstens drei Tagen kreiert.

Twitter teilte parlamentarischen Ermittlern im Oktober die Namen von 2752 Konten mit, die dem Unternehmen zufolge von der russischen Agentur für Internet-Forschung stammen. Die betreffenden Tweets veröffentlichte die Firma nicht. Damit zeichnet das Archiv, das AP erhielt, das bislang umfassendste Bild der russischen Aktivitäten auf Twitter vor der Wahl am 8. November 2016.

Im September wiederholten mehrere russische Konten Trumps falsche Behauptung, dass Clinton die Kontroverse um den Geburtsort von Barack Obama begonnen habe. Andere behaupteten, dass der damalige Präsident nicht in den USA zur Welt gekommen sei. Das russische Konto @TEN_GOP, das viele für das offizielle Konto der Republikanischen Partei in Tennessee hielten, verlinkte ein Video, das behauptete, dass Obama zugegeben habe, dass er in Kenia geboren worden sei.

Von ap/RND


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