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Ein Video-Grab zeigt die Festnahme von Sandra Bland.

Ein Video-Grab zeigt die Festnahme von Sandra Bland. © Texas Department Of Public Safety

Polizei

Widersprüche im Fall Sandra Bland sorgen für neuen Streit

Washington (dpa) - Im Fall der in einer US-Gefängniszelle gestorbenen Schwarzen Sandra Bland sind laut Medienberichten widersprüchliche Aussagen zu ihrem Gemütszustand gemacht worden.

Demnach habe Bland selbst gegenüber Beamten ausgesagt, dass sie sich im vergangenen Jahr habe umbringen wollen.

Das berichtete die "New York Times" unter Berufung auf den zuständigen Sheriff in Texas.

Die 28-jährige Bland war am 10. Juli von einem weißen Polizisten bei einer Verkehrskontrolle in dem US-Bundesstaat in der Nähe von Houston festgenommen worden. Drei Tage später starb sie in ihrer Zelle im "Waller County Jail". Sie habe sich erhängt, teilte die Polizei mit. Die Familie widerspricht dieser Darstellung.

Laut "New York Times" seien trotz der mutmaßlichen Aussagen im Gefängnis keine besonderen Vorkehrungen zum Schutz der Frau getroffen worden. Zudem habe der Anwalt ihrer Familie mitgeteilt, dass ihre Angehörigen keinerlei Hinweise hätten, dass Bland sich jemals habe das Leben nehmen wollen oder unter Depressionen gelitten habe.

Staatsanwalt Elton Mathis hatte zu Wochenbeginn angekündigt, die Untersuchung werde so intensiv geführt, "als wäre sie eine Mordermittlung". Dies sei in solchen Fällen üblich.

Am Dienstag hatten die Behörden ein Polizeivideo veröffentlicht, in dem die Verkehrskontrolle Blands zu sehen ist. Dabei eskaliert die Situation zwischen Bland und dem Polizisten zusehends. Dieser bedroht die Frau schließlich mit einem Elektroschocker und den Worten: "Ich zünde dich an!"

Die "New York Times" berichtete am Mittwoch, Juristen hätten sich das Video angesehen und die Frage aufgeworfen, ob Bland überhaupt hätte festgenommen werden dürfen. So sei die Entscheidung des Beamten, die Frau anzuhalten, zwar legal, aber fragwürdig. Sein wütendes und massives Bestehen darauf, als Bland sich weigerte, ihre Zigarette auszumachen, erscheine unverhältnismäßig, zitierte die Zeitung den Menschenrechtsanwalt und früheren Polizisten Christopher C. Cooper.

Polizeigewalt gegen unbewaffnete Afroamerikaner, die oft tödlich endet, ist seit längerem ein Thema in den USA. Wiederholt kam es deshalb zu schweren Unruhen. Im Netz wurde der Fall Bland viel kommentiert. Viele sahen darin ein neues Beispiel für Rassismus gegen Afroamerikaner.

dpa


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