Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Weißes Haus: Kein Chemiewaffeneinsatz von Rebellen in Syrien
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Weißes Haus: Kein Chemiewaffeneinsatz von Rebellen in Syrien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:35 07.05.2013
Ein iraelischer Panzer hat an der Grenze zu Syrien Stellung bezogen. Quelle: Atef Safadi
Washington

Er reagierte damit auf Äußerungen der UN-Expertin Carla del Ponte, nach denen die syrischen Aufständischen auf das Nervengas Sarin zurückgegriffen haben könnten. Die unabhängige Syrien-Kommission der Vereinten Nationen hat die Aussagen der früheren Chefanklägerin der UN-Gerichte für Ex-Jugoslawien und Ruanda bereits relativiert.

Es gebe "keine beweiskräftigen Ermittlungsergebnisse für einen Chemiewaffeneinsatz in Syrien durch irgendeine der an dem Konflikt beteiligten Parteien", erklärte die Kommission. "Daher ist die Kommission derzeit nicht in der Lage, diese Behauptungen weiter zu kommentieren."

Die Erklärung kommt einem Dementi zu Medien-Äußerungen Del Pontes nahe, die selbst Mitglied der Experten-Kommission ist. Sie hatte am Sonntagabend in einem Fernsehinterview erklärt: "Nach den Aussagen, die wir gesammelt haben, haben die Rebellen Chemiewaffen eingesetzt und auf das Gas Sarin zurückgegriffen." Die frühere Chefanklägerin der UN-Gerichte für Ex-Jugoslawien und Ruanda hatte im Schweizer Fernsehsender RSI hinzugefügt, die Ermittlungen seien noch lange nicht abgeschlossen, und weitere gründliche Recherchen seien nötig.

Luai al-Mekdad, ein Sprecher der Freien Syrischen Armee (FSA), sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Wir besitzen kein Sarin-Gas, und wir streben auch nicht danach, es in unseren Besitz zu bringen." Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte die Führung in Damaskus auf, unabhängige Beobachter ins Land zu lassen, um den angeblichen Einsatz von Chemiewaffen aufzuklären.

Rebellen und syrische Regierung werfen sich seit einigen Wochen gegenseitig den Einsatz von Giftgas vor. US-Präsident Barack Obama hatte den Einsatz chemischer Waffen durch die syrischen Streitkräfte als "rote Linie" bezeichnet, bei deren Überschreitung eine Intervention möglich sei.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!