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TAG DER ENTSCHEIDUNG:Bürger in Kansas City im US-StaatMissouri geben ihre Stimme ab(hier bei der Wahl 2008).

TAG DER ENTSCHEIDUNG: Bürger in Kansas City im US-Staat Missouri geben ihre Stimme ab (hier bei der Wahl 2008).

US-Präsident

Wahl: Amerika muss sich entscheiden

Die Schlammschlacht ist vorbei. Heute endet ein beispielloser Wahlkampf in den USA. Nun entscheiden die Amerikaner, ob sie Hillary Clinton oder Donald Trump die Macht im Weißen Haus anvertrauen. Das Ergebnis, das vermutlich Mittwoch früh feststehen wird, wird auch in Deutschland mit Spannung erwartet.

Washington. Von A bis Z - die wichtigsten Fakten rund um die US-Wahl:

ABC News: Der Fernsehsender und die „Washington Post“ veröffentlichen erfahrungsgemäß die treffsichersten Umfragen. Zuletzt sahen die Prognosen Hillary Clinton knapp vorn. Allerdings zieht es sich durch den gesamten Wahlkampf, dass die Experten Trump unterschätzten.

Briefwahl: Bestimmte US-Staaten erlauben es Bürgern, bereits bis zu 45 Tage vor dem tatsächlichen Wahltermin an die Urne zu gehen. Laut aktuellen Zahlen haben offenbar bereits 50 Millionen Wähler von diesem Recht Gebrauch gemacht - so viele wie nie zuvor. Wahlberechtigt sind von den 322 Millionen US-Bürgern theoretisch alle, die mindestens 18 Jahre alt sind. Das sind etwa 219 Millionen. Voraussetzung ist, dass sich ein Wähler registrieren lässt und nicht von der Wahl ausgeschlossen wird - etwa wegen krimineller Vergangenheit.

Congress: Er wird ebenfalls neu besetzt und besteht aus zwei Kammern: dem Repräsentantenhaus mit 435 Abgeordneten und dem Senat mit 100 Mitgliedern. Neu gewählt werden alle Abgeordneten und ein Drittel der Senatoren.

Democratic Party: Sie wurde 1828 gegründet. Mit Barack Obama stellte sie sechs der zwölf Nachkriegspräsidenten. Ihr Symbol ist der Esel. Strategisch sind die „Democrats“ im Vorteil, da ihre Stammwählerschaft - Frauen, ethnische und sexuelle Minderheiten - einen größeren Anteil an der US-Gesellschaft gewinnen.

Electoral College: Es liegt am „Electoral College“, dass sie dennoch nicht immer den Präsidenten stellten. Die Amerikaner bestimmen ihren Präsidenten nämlich nicht direkt, sondern über Wahlmänner. Es gilt das Mehrheitswahlrecht: Wer die meisten Stimmen in einem Staat gewinnt, bekommt alle Wahlmänner des ganzen Staates zugeschlagen. Jeder Bundesstaat entsendet also nur Wahlmänner einer einzigen Partei in das „Electoral College“. Je nach Bevölkerungszahl stehen den Bundesstaaten zwischen drei und 55 Plätzen in dem Gremium zu. Das kann dazu führen, dass ein Kandidat Präsident wird, obwohl er aufs ganze Land gerechnet nicht die meisten Wählerstimmen hat - wie im Jahr 2000, als der Republikaner George W. Bush den Demokraten Al Gore schlug, obwohl der etwa eine halbe Million Stimmen mehr hatte. Von den 538 Wahlmännerstimmen benötigt der Sieger mindestens 270.

Fakten: Spielten in einem der schmutzigsten und emotionalsten US-Wahlkämpfe der US-Geschichte oft nur eine untergeordnete Rolle.

Gerrymandering: „Wahlkreisschiebung“, um die Wahl zu beeinflussen. Da alle Stimmen eines Wahlkreises an den Gewinner gehen, versuchen Parteien regelmäßig, die Wahlkreisgrenzen zu ihren Gunsten zu verschieben.

Hispanics: Clinton erfährt eine Welle der Zustimmung von wählenden Latinos, auch Hispanics genannt. Vielleicht bauen am Ende ausgerechnet hispanische Wähler ein ganz anderes Bauwerk als das, wovon Trump redet: eine schützende Mauer für Clinton statt eines Grenzwalls zu Mexiko.

Inauguration: Die Vereidigung und Amtseinführung des neuen Präsidenten ist per Verfassung auf den 20. Januar im Jahr nach der Wahl festgelegt. Punkt 12 Uhr mittags beginnt die Amtszeit.

Jill Stein: Die Präsidentschaftskandidatin der Grünen genießt besonderen Respekt: Obwohl sie chancenlos ist, kämpft die 56-jährige Ärztin aus Massachusetts hoch-engagiert.

Key States: Bundesstaaten, in denen sich die Wahl letztlich entscheidet. Weil die Prognosen uneindeutig sind, aber viele Wahlmännersitze zu vergeben sind. Florida ist dieses Jahr das wichtigste Schlachtfeld. Wer dort gewinnt, hat gute Chancen, ins Weiße Haus einzuziehen.

Lame Duck: Die „Lame Duck“, die lahme Ente, bezieht sich eigentlich auf einen Präsidenten, der zwar noch im Amt ist, dessen Nachfolger aber bereits gewählt wurde.

Militia: Paramilitärische Milizen dürfen in vielen Bundesstaaten ihre Waffen offen tragen. Trump hat sie aufgefordert, die Wahlbüros im Blick zu behalten, um Manipulationen zu verhindern. Die Behörden fürchten, dass diese Paramilitärs zum Sicherheitsrisiko werden, sollte es ein knappes Wahlergebnis geben und das Trump-Lager eine mögliche Niederlage nicht anerkennen würde.

Negativ-Campaigning: Negativwerbung ist in Europa verpönt - in den USA wird der Gegenkandidat in TV-Spots als möglichst schlechter Mensch und Politiker dargestellt.

OSZE: Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wird darauf achten, dass in den US-Wahllokalen alles mit rechten Dingen zugeht. Dazu entsendet sie rund 500 Wahlbeobachter in die Bundesstaaten - fünfmal so viele wie 2012.

Push Polling: Eine umstrittene Stimmenfängertaktik. Wahlhelfer rufen Wähler unter dem Deckmantel einer Meinungsumfrage an, verwickeln sie ins Gespräch und reden den eigenen Kandidaten hoch.

Quiz: „Election Quiz“ heißt das Pendant zum deutschen „Wahlomaten“.

Republikaner: Sie vertreten konservative Werte und stehen für möglichst wenig staatliche Eingriffe. 1854 gegründet, stand die zunächst nur in den Nordstaaten präsente Partei für die Abschaffung der Sklaverei und die Modernisierung der Gesellschaft. In den 80er Jahren etablierte sie sich rechts. Nach dem Aufstieg des kontroversen Außenseiters Trump ist die Partei zerrissen und wird sich wieder neu erfinden müssen.

Swing States: Bundesstaaten, in denen Wechselwähler das Ergebnis in die eine oder andere Richtung drehen können. Dazu gehören North Carolina, Pennsylvania, Georgia, Florida und Arizona.

Transatlantische Beziehungen: Die meisten Europäer wünschen sich Ex-Außenministerin Hillary Clinton als Präsidentin. Jürgen Hardt (CDU), Koordinator der Bundesregierung für die transatlantischen Beziehungen, hofft im Falle eines Wahlsieges von Trump, dass er „auf seine Berater hören wird“.

Underwood: Frank Underwood ist der am meisten zitierte Präsident dieses Wahljahrs - auch wenn er nur die skrupellose Hauptfigur in der TV-Serie „House of Cards“ ist.

Vizepräsident: Er wird vom Präsidentschaftskandidaten frei bestimmt. Clinton berief Senator Tim Kaine aus Virginia. Trump geht mit Mike Pence, Gouverneur von Indiana, ins Rennen.

Weißes Haus: Zum Amtssitz geht der neue Präsident seit 1805 zu Fuß - nach seiner Antrittsrede vor dem Kongressgebäude.

X: Malcolm X, radikaler afroamerikanischer Bürgerrechtler der 60er Jahre. Aktivisten, die sich auf ihn beziehen, riefen dazu auf, Auftritte von Trump gewaltsam zu verhindern. In Chicago ist ihnen das gelungen.

Y’all: Der Schlachtruf eines jeden Südstaatenpolitikers - und eines jeden Wahlkämpfers, der mit der perfekten Intonation von „Y’all“ (you all - ihr alle) im Süden bei Wählern punkten will.

Zeitplan: Das Dorf Dixville Notch in New Hampshire gibt kurz nach Mitternacht (6 Uhr deutscher Zeit) als erstes das Ergebnis bekannt. Die Bürger von Alaska sind die Schlusslichter, ihre Wahllokale schließen um 6 Uhr (MEZ) am Mittwochmorgen. Ab Mitternacht (MEZ) gibt es erste Prognosen. 2012 erklärten die TV-Sender Barack Obama um 5.15 Uhr MEZ zum sicheren Sieger.


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