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Mitglieder der Armenier-Initiative "Anerkennung Jetzt" sagen im Bundestag nach der Abstimmung über die Resolution "danke".

Mitglieder der Armenier-Initiative "Anerkennung Jetzt" sagen im Bundestag nach der Abstimmung über die Resolution "danke". © Michael Kappeler

Geschichte

Völkermord-Resolution empört Türkei - Premier relativiert

Präsident Erdogan hat sich nur kurz geäußert. Da kommt noch was. Aber nach der umstrittenen Armenier-Resolution des Bundestages gibt es auch versöhnliche Töne.

Berlin/Istanbul. Nach den Protesten der Türkei gegen die Völkermordresolution des Bundestages gibt es Zeichen der Entspannung. "Deutschland und die Türkei sind sehr wichtige Bündnispartner", sagte Ministerpräsident Binali Yildirim nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu.

"Niemand soll erwarten, dass sich mit dieser und mit ähnlichen Entscheidungen plötzlich unsere Beziehungen zu Deutschland vollständig verschlechtern", sagte er. Natürlich werde die Türkei aber auf die Resolution reagieren. Von der Bundesregierung erwarte er Maßnahmen, die "potenzielle Schäden beheben", sagte er später bei einem Besuch in Aserbaidschan.

Am Donnerstag hatte der Bundestag die Massaker an Armeniern während des Ersten Weltkrieges durch das Osmanische Reich als Völkermord verurteilt. Ankara hatte daraufhin den türkischen Botschafter Hüseyin Avni Karslioglu aus Berlin zurückgerufen und den deutschen Gesandten in der Türkei zum Gespräch einbestellt.

Das Auswärtige Amt erklärte dazu, bei der Entschließung handele sich um eine unabhängige Entscheidung des Parlaments. Die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei seien tief und freundschaftlich, sagte eine Sprecherin am Freitag in Berlin. "Unsere Hoffnung ist deshalb, dass es nicht zu weiteren Reaktionen kommt".

Botschafter Karslioglu sagte am Freitag in Istanbul zu der Resolution: "Das ist eine bedauernswerte Entscheidung, eine emotionale Entscheidung." Die Türkei werde darauf nicht emotional, sondern "mit unserem Verstand" reagieren. "Natürlich wird die türkisch-deutsche Freundschaft und werden die tiefen Beziehungen zwischen dem deutschen und dem türkischen Volk bestehen bleiben."

Für Kanzlerin Angela Merkel betonte auch Regierungssprecher Steffen Seibert noch einmal die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei. In der Flüchtlingsfrage gebe es eine enge Zusammenarbeit im Sinne gemeinsamer Interessen. "Eine solche Art von Beziehung kann und wird auch Meinungsunterschiede aushalten", sagte Seibert.

Bei der Verfolgung der Armenier im Ersten Weltkrieg wurden nach armenischer Darstellung bis zu 1,5 Millionen Menschen getötet. Die Türkei spricht von deutlich weniger Toten und lehnt den Begriff Genozid vehement ab.

Nach der Bundestagsresolution haben sich Dutzende Menschen in der Südkaukasusrepublik Armenien bei Deutschland bedankt. Mehr als 100 überwiegend junge Armenier kamen am Donnerstagabend vor die deutsche Botschaft in der Hauptstadt Eriwan zu einer Freuden-Demonstration. Auf Plakate schrieben sie "Danke".

dpa


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