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Nordirland

Vierte Nacht mit Krawallen in Nordirland

Die vierte Nacht in Folge ist es in Belfast im Streit um die britische Flagge zu Krawallen gekommen. Britentreue Loyalisten bewarfen in der nordirischen Metropole am Sonntagabend Polizisten mit Absperrgittern, Steinen, Feuerwerkskörpern und Flaschen.

London/Belfast. Polizeichef Matt Baggott machte am Montag vor allem paramilitärische Gruppen verantwortlich. Erneut war den Krawallen eine weitestgehend friedliche Demonstration vorausgegangen. Die Proteste richten sich gegen eine Entscheidung des Stadtverwaltung von Belfast von Anfang Dezember, die britische Flagge nur noch an wenigen Tagen im Jahr auf öffentlichen Gebäuden wehen zu lassen. Seither demonstrieren die Unionisten, die eine Loslösung Nordirlands von Großbritannien befürchten.

Dabei kommt es immer wieder Ausschreitungen. Insgesamt wurden mehr als 62 Polizisten verletzt, 96 Menschen wurden festgenommen. Gegen ein Großteil der Festgenommenen sind bereits Strafverfahren eröffnet worden.

Über das vergangene Wochenende war vor allem der Osten von Belfast kaum zur Ruhe gekommen. Am Samstag sollen Schüsse auf Polizisten abgegeben worden seien; ein 38-Jähriger wurde wegen versuchten Mordes angeklagt. Baggott rief am Montag dazu auf, die Protestmärsche zu stoppen, da Trittbrettfahrer aufspringen und die Gewalt auslösen würden. Die Polizei werde so lange gegen die Gewalt vorgehen, wie es nötig sei. Es könne jedoch nicht sein, dass sie noch länger von ihrer alltäglichen Arbeit abgehalten werde.

Am Sonntag hatten Politiker und Kirchenvertreter gemeinsam versucht, eine Lösung zu finden, um die Gewalt zu stoppen. Robin Newton von der protestantischen Democratic Unionist Party erklärte, die Lage sei extrem schwierig, weil die Organisatoren der Proteste nicht gesprächs- oder kompromissbereit seien: "Wir müssen einen Weg aus dieser Lage herausfinden, aber wie wir das schaffen sollen, weiß ich nicht." Der Chef des Polizei-Verbandes, Terry Spence, erklärte, paramilitärische Gruppen machten sich den Flaggenstreit zunutze, um ihre Waffen auf die Polizei zu richten.

dpa


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