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Deutschland/Welt Viele Mütter verzichten wegen Steuerklasse auf Elterngeld
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08:21 08.01.2016
Figuren, die eine Familie aus Frau, Mann und Kindern darstellen sowie eine berufstätige Frau mit Pumps und Aktentasche sind auf dem Gebäude des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Quelle: Jens Kalaene/Archiv
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Berlin

t.

Demnach bevorzugen mehr als 99 Prozent der etwa 20 Millionen steuerpflichtigen Ehepartner die Steuerklassenkombination III und V, die dem besser verdienenden Partner ein erheblich höheres Netto-Gehalt verspricht. Dagegen sinkt das Netto-Einkommen des geringer verdienenden Partners in Klasse V drastisch. Dies ist dem Bericht zufolge in 90 Prozent aller Fälle die Ehefrau. Wegen ihres geringeren Netto-Verdienstes fällt jedoch in der geförderten Elternzeit auch ihr Anspruch auf das monatliche Elterngeld deutlich geringer aus.

Bei einem Bruttojahresgehalt für den Ehemann von 48 000 Euro und von 24 000 Euro für die Ehefrau sei ihr Netto-Gehalt in der Steuerklasse V um 2872 Euro pro Jahr geringer als in der Steuerklasse IV, rechnet das Bundesfinanzministerium dem Bericht zufolge vor. Ihr Anspruch auf Elterngeld sinke daher um 140 Euro monatlich gegenüber der für sie günstigeren Steuerklasse IV. Auch ihr Krankengeld sei 243 Euro und ihr Arbeitslosengeld 149 Euro niedriger als in Steuerklasse IV.

Dem Papier zufolge hat sich die Zahl der Eheleute, die sich zusammen für die Steuerklasse IV entscheiden, zwischen 2011 und 2015 auf knapp

76 000 verdoppelt. Das sind allerdings weniger als 0,5 Prozent aller Ehepartner. Leider sei dieses sogenannte Faktorverfahren weitgehend unbekannt, sagte die Grünen-Finanzexpertin Lisa Paus dem Blatt. "Wir fordern, das Faktorverfahren zum Regelverfahren für die Besteuerung von Ehepartnern zu machen."

Das Elterngeld ist eine Lohnersatzleistung für Mütter und Väter, die nach der Geburt ihres Kindes eine Babypause einlegen oder ihre Arbeitszeit reduzieren. Die Höhe orientiert sich am durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommen des betreuenden Elternteils im Jahr vor der Geburt.

dpa

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