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Deutschland/Welt Verwirrung um Gaddafi-Sohn in Libyen - Kämpfe in Bani Walid
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17:50 21.10.2012
Ein Jahr nach dem Tod von Muammar el-Gaddafi soll sein Sohn getötet worden sein. (Archivbild)
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Tripolis

V. Regierungsvertreter bestätigten zunächst den vermeintlichen Tod des Diktatorensohns. Dies wurde später widerrufen. Bereits in der Vergangenheit hatte es irrtümliche Berichte über den Tod von Chamis al-Gaddafi gegeben.

Am Sonntag meldete sich der stellvertretende Ministerpräsident Mustafa Abu Schagur erneut über den Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort. Er entschuldigte sich dafür, dass er sowohl den Tod von Chamis als auch die Festnahme des Ex-Sprechers Moussa Ibrahim verkündet hatte, ohne dass dies bestätigt worden sei. Was letztlich hinter den Gerüchten steckte, blieb unklar.

Moussa Ibrahim war Sprecher des Gaddafi-Regimes während der Zeit des Bürgerkriegs. Ein Reporter des Senders Al-Dschasira hatte berichtet, dass er gefasst wurde, als er aus Bani Walid fliehen wollte. Am Abend wurde auf einer ihm zugeordneten Seite im sozialen Netzwerk Facebook eine Tonbandaufnahme veröffentlicht, in der er seine Festnahme dementiert. Allerdings konnte nicht eindeutig geklärt werden, ob dies tatsächlich die Stimme Ibrahims war.

Den Gerüchten vorausgegangen waren heftige Kämpfe in Bani Walid. Die Wüstenstadt hatte 2011 zu den letzten Hochburgen der Truppen des Gaddafi-Regimes gehört. Dabei gab es am Wochenende mehrere Tote, mehr als 120 Menschen wurden verletzt. Die 180 Kilometer südöstlich von Tripolis gelegene Stadt wird seit zwei Wochen von Milizen belagert, die Befehle aus der Stadt Misrata erhalten.

Grund für den aktuellen Konflikt war die Entführung eines jungen Mannes aus Misrata, der am 20. Oktober 2011 das Versteck Gaddafis in Sirte entdeckt hatte. Omran Schaaban war vor einigen Wochen angeschossen, nach Bani Walid verschleppt und dort gefoltert worden. Er starb nach seiner Freilassung im Krankenhaus an den Folgen der schweren Misshandlungen.

Gaddafi war am 20. Oktober 2011 in seiner Heimatstadt Sirte von Rebellen gefangen genommen und getötet worden. Milizen aus der Küstenstadt Misrata, die formell dem Verteidigungsministerium unterstehen, waren mit Gewalt nach Bani Walid vorgedrungen, um - wie sie selbst sagten - mutmaßliche Verbrecher festzunehmen.

dpa

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