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Donald Trump vergreift sich oft im Ton. Sein Außenminister Rex Tillerson soll sich daran mehrfach gestoßen haben. Er habe gar mit Rücktritt gedroht, berichten US-Medien.

Donald Trump vergreift sich oft im Ton. Sein Außenminister Rex Tillerson soll sich daran mehrfach gestoßen haben. Er habe gar mit Rücktritt gedroht, berichten US-Medien.
© dpa

US-Regierung

Vergrault Trump seinen besten Mann?

Wollte Rex Tillerson seinen Job als Außenminister hinschmeißen? Immer wieder soll er mit dem Präsidenten in wichtigen Fragen aneinander geraten sein. Der Minister weist solche Medien-Berichte zurück. Die besagen auch, dass Tillerson das Verhalten seines Dienstherrn als idiotisch bezeichnet hatte.

Washington. Verunsichert verfolgen Amerikas Spitzendiplomaten die Auseinandersetzungen auf ihrer obersten Führungsebene. Außenminister und Präsident liefern sich seit Wochen ein äußerst seltsames Ringen, und immer mehr Beobachter fragen sich, wie lange diese Konstellation noch Bestand hat.

Der Höhepunkt des Streits war am vergangenen Wochenende zu beobachten: Während Rex Tillerson in Peking mit seinem chinesischen Kollegen verhandelte, wie sich ein Gesprächskanal mit dem sonst so verschlossenen Regime in Nordkorea finden lässt, fuhr ihm Donald Trump auf eine geradezu beleidigende Art und Weise in die Parade: Tillerson verschwende mit seinen Bemühungen in Fernost nur Zeit und Energie, schrieb Trump via Twitter - während sein oberster Diplomat gerade hinter verschlossenen Türen nach einer Lösung suchte.

Der Außenminister setzt auf Verhandlung und Ausgleich

Wie es im State Department heißt, soll der frühere Exxon-Manager außer sich gewesen sein, dass er von seinem Chef so in aller Öffentlichkeit vorgeführt wurde.

Immerhin hatte Trump geschrieben: „Ich habe unserem wunderbaren Außenminister Rex Tillerson gesagt, dass er seine Zeit verschwendet, wenn er versucht mit ‚Little Rocket man’ zu verhandeln.“ Und in einem weiteren Tweet schreibt der Präsident: „Spar dir deine Energie Rex, wir werden tun, was getan werden muss!“

Wie der US-Sender NBC berichtet, habe Tillerson bereits im August kurz vor einem Rücktritt gestanden. So soll er Trumps Umgang mit dem Iran-Abkommen für leichtfertig halten, und auch in der Freihandelspolitik liegt er offenbar mit seinem Dienstherren überkreuz.

Ganz zu schweigen von der Strategie gegenüber dem Golfstaat Katar. Während der Außenminister im Juni eine Lockerung des von mehreren Staaten der Region verhängten Embargos forderte, da es den Kampf gegen die Islamisten erschwere, lobte Trump die Blockade als Anti-Terror-Maßnahme.

Tillerson hält Trump öffentlich noch die Treue

Das Fass zum Überlaufen brachten aber allem Anschein nach die Reaktionen des Regierungschefs auf den Neonazi-Aufmarsch in Charlottesville im August: Die Rechtsradikalen mit den Gegendemonstranten auf eine Stufe zu stellen, sei nicht hinnehmbar. Mehr noch: Das Verhalten des Präsidenten sei, so soll sich Tillerson wörtlich ausgedrückt haben, „idiotisch“. Laut CNN musste er von Vizepräsident Mike Pence und Pentagonchef James Mattis inständig gebeten werden, an Bord zu bleiben. Intern soll er gar damit gedroht haben, von seinem Heimaturlaub in Texas nicht nach Washington zurückkehren zu wollen.

Noch aber scheint es nicht zum völligen Bruch zu kommen. Am Mittwoch trat der Außenminister demonstrativ vor die Presse und dementierte sämtliche Berichte mit Nachdruck: Er habe nie erwogen, seinen Posten zu verlassen. Die Medienberichte seien völliger Unsinn.

Unmittelbar nach Tillersons Auftritt meldete sich auch Trump per Twitter zu Wort: Alles sei frei erfunden.

Wie die Sender NBC und CNN wissen lassen, hätten sie mehrere Quellen, auf die sich ihre Berichte stützen.

Von Stefan Koch/RND


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