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© obs/Campact e.V./Jakob Huber

TTIP

Verden: Campact generiert Spenden von sieben Millionen Euro

Vor allem die Organisation gegen das Freihandelsabkommen TTIP hat wohl dazu beigetragen.

Verden. Immer mehr Menschen schließen sich dem Online-Netzwerk"Campact" an, das bundesweit Menschen im Widerstand beispielsweise gegen die Handelsabkommen TTIP und Ceta organisiert. "Trotz allem Gerede über Politikverdrossenheit haben wir mittlerweile mehr als 1,8 Millionen Unterstützer", sagte am Dienstag Geschäftsführer Felix Kolb dem epd. Das entspricht einem Zuwachs von knapp zehn Prozent im Vergleich zu 2014.

Campact mit Sitz in der niedersächsischen Kreisstadt Verden bei Bremen funktioniert zunächst als Online-Plattform, die Interessierte über Protestthemen und dann auch über Demonstrationen und weitere Aktionsformen informiert. Nach dem Start des Vereins vor zwölf Jahren kann sich Campact auch auf eine steigende Zahl von Förderern und Spendern stützen. Laut aktuellem Transparenzbericht der Organisation stiegen die Einnahmen im vergangenen Jahr auf rund sieben Millionen Euro. 2014 lagen sie noch bei 5,6 Millionen Euro. Bevor eine Aktion in die Wege geleitet wird, wird Kolb zufolge zunächst unter den Unterstützern gefragt, ob sie das Thema wichtig finden. Ein Engagement über Campact beginnt dann meist mit einer Unterschrift unter einem Online-Appell zu ökologischen, Bürgerrechts- und Gerechtigkeits-Themen. Davon habe es im vergangenen Jahr 25 gegeben, die im Durchschnitt von 250.000 Menschen unterzeichnet worden seien, hieß es.

"Wir sind froh, dass sich immer mehr Bürger einmischen - auch zwischen Wahlterminen und zu allen Themen, die ein verantwortungsvolles Miteinander betreffen", sagte Kolb. "Das ist für uns ein Weg gegen Politikverdrossenheit und dumpfem Rechtspopulismus."

Campact trägt die politischen Diskussionen dann auf die Straße und unterstützt als Bürgerbewegung mit Partnern wie Attac und Greenpeace Demonstrationen. Im Campact-Report sind so sechs Großdemonstrationen mit insgesamt 365.000 Teilnehmern aufgelistet. Dabei sei die Stoppt-TTIP-Demo mit 250.000 Menschen im Oktober 2015 der Höhepunkt gewesen. Dazu seien 21.000 dezentrale Aktionen wie Unterschriften-Übergaben gekommen, die Campact-Sympathisanten selbst organisiert hätten.

Bei Wahlanalysen werde aufgrund sinkender Wahlbeteiligung gerne von Politikverdrossenheit gesprochen, sagte Kolb. "Doch oft sind Bürger nicht politikverdrossen, sondern Parteien- und Politiker-verdrossen." Eine Politik, die von alternativlosen Sachzwängen rede, die exekutiert werden müssten, frustriere die Bürger. "Dem begegnen wir mit Alternativen und Angeboten zur Beteiligung."

epd

Der Name Campact besteht aus den englischen Wörtern Campaign für Kampagne und Action (Aktion). Seit der Gründung 2004 wuchs der Stamm fester Mitarbeiter auf heute 50, die sich regelmäßig in Verden treffen, aber auch von zu Hause aus arbeiten.


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