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Das Kernkraftwerk im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel.

Das Kernkraftwerk im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel. © Carsten Rehder

Atom

Vattenfall will Atomkraftwerk Brunsbüttel abreißen

Abriss statt "sicherer Einschluss". Der Energiekonzern Vattenfall hat den Rückbau des Reaktors Brunsbüttel in Schleswig-Holstein eingeleitet - einen Tag, bevor Schleswig-Holstein im Bundesrat Druck auf die Energiekonzerne machen will.

Brunsbüttel/Kiel. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) begrüßte den Schritt am Donnerstag: "Für Schleswig-Holstein ist dieser Antrag ein sehr wichtiges Signal, dass eines der ältesten Atomkraftwerke Deutschlands nicht nur abgeschaltet bleibt, sondern stillgelegt und abgebaut werden wird."

Aufgrund einer Pannenserie ist Brunsbüttel wie der östlich Hamburgs gelegene Reaktor in Krümmel seit fünf Jahren vom Netz. Beide gehören zu den acht Kraftwerken in Deutschland, die nach der Katastrophe von Fukushima endgültig abgeschaltet wurden, aber noch keine Stilllegungsgenehmigung haben.

Das Verfahren für Brunsbüttel könnte bis zu vier Jahre dauern; für einen dann folgenden Abriss veranschlagt der Betreiber 10 bis 15 Jahre. Die Gesellschaft habe sich klar gegen die Atomkraft und für die Energiewende entschieden, betonte Albig und richtete eine weitere Forderung an Vattenfall: "Der nächste wichtige Schritt auf dem Weg raus aus der konventionellen Energieerzeugung und hin zu den erneuerbaren Energien ist jetzt die endgültige Stilllegung und der Rückbau von Krümmel."

Der Kieler Energieminister Robert Habeck (Grüne) nannte den Zeitplan für einen Rückbau des 1976 in Betrieb genommenen Kraftwerks Brunsbüttel "ehrgeizig". "Durch behördliche Verfahren wird es hier jedenfalls keine Verzögerungen geben", sagte er. Der Rückbau "zur grünen Wiese" sei der richtige Weg.

Schleswig-Holstein will an diesem Freitag einen Entwurf zu einer Reform des Atomgesetzes in den Bundesrat einbringen, um den Druck auf die Energieunternehmen zu erhöhen. Die Betreiber sollen unter anderem gezwungen werden, zügig Stilllegungsverfahren in Gang zu bringen. Entsprechende Antragsfristen sollen gesetzlich verankert werden.

In dem Rückbau-Antrag für Brunsbüttel nennt Vattenfall eine Voraussetzung: "Eine der maßgeblichen Randbedingungen für die Entscheidung zum direkten Rückbau ist die Verfügbarkeit des Endlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Eine deutlich spätere Verfügbarkeit würde eine grundlegende Prämisse infrage stellen."

Als künftiges Endlager für schwach- und mittelradioaktive Atomabfälle ist von 2019 an Schacht Konrad bei Salzgitter vorgesehen. Vattenfall brauche für den Rückbau in Brunsbüttel dieses Lager, um die Abfälle zu lagern, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa.

Beim Bundesamt für Strahlenschutz sieht man die Verfügbarkeit von Schacht Konrad als Bedingung kritisch. "Das eine hat mit dem anderen erst einmal nichts zu tun. Die endgültige Stilllegung von Brunsbüttel hängt nicht vom Betriebsbeginn des Endlagers Konrad ab", sagte Sprecher Florian Emrich.

dpa


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