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Deutschland/Welt Umfrage: NSU-Prozess verfehlt bislang Aufklärungsauftrag
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Umfrage: NSU-Prozess verfehlt bislang Aufklärungsauftrag
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11:00 01.05.2014
Die Namen der NSU-Opfer stehen auf einer Gedenktafel in Kassel. Quelle: Uwe Zucchi
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Berlin

e.

63 Prozent der Befragten gaben an, dass sie nicht mehr über Taten und Hintergründe der NSU-Morde wüssten als zu Beginn des Prozesses vor einem Jahr. 21 Prozent sagten, das Verfahren in München werde seinem Aufklärungsauftrag gerecht. 16 Prozent waren unentschlossen oder machten keine Angabe.

Der Prozess gegen die rechtsextreme Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) hatte am 6. Mai 2013 begonnen. Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe sollen aus rassistischen Motiven neun Menschen mit ausländischen Wurzeln getötet haben, auch eine Polizistin wird zu den NSU-Opfern gezählt. 2011 hatten sich Mundlos und Böhnhardt selbst getötet. Zschäpe sitzt als letzte Überlebende des Trios in München auf der Anklagebank.

Vor Beginn des Prozesses waren zahlreiche Ermittlungspannen bekanntgeworden. Lange Zeit hatten die Ermittler etwa die Angehörigen der Opfer verdächtigt, statt im rechtsextremen Milieu zu fahnden. Neonazi-Gewalt sei in Deutschland unterschätzt worden, sagen Kritiker.

Zumindest in der YouGov-Umfrage zeichnet sich hier ein anderes Bild ab: Drei Viertel der Bürger halten Rechtsextremismus derzeit für eher gefährlich oder sehr gefährlich. Ebenso viele Menschen (76 Prozent) glauben, dass sich eine rechtsterroristische Mordserie wiederholen könnte.

Obwohl allein der NSU neun Migranten getötet haben soll, spricht sich fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) gegen ein zentrales Mahnmal für die Opfer rassistischer Gewalt aus. Nur rund ein Drittel (32 Prozent) befürwortet solch eine Gedenkstätte.

Außerdem glauben 43 Prozent, dass durch den Prozess ein negatives Bild von Deutschland im Ausland entsteht - aufgrund der bekanntgewordenen Ermittlungspannen. Nur 9 Prozent finden, dass die Aufklärungsarbeit des Gerichts einen positiven Eindruck hinterlässt.

dpa

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