Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Umfrage: Deutsche sehen Flüchtlingszustrom mit Skepsis
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Umfrage: Deutsche sehen Flüchtlingszustrom mit Skepsis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:46 26.12.2015
Die Flüchtlingskrise stellt Europa auf die Probe. Quelle: Csaba Krizsan/Archiv
Anzeige
Hamburg

Von der Aufnahme der zahlreichen Flüchtlinge versprechen sich laut einer repräsentativen Umfrage nur wenige Deutsche positive Effekte für ihr Land.

Lediglich 16 Prozent stimmten in einer Befragung des Ipsos-Instituts für den Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski der Aussage zu: "Die Flüchtlingswelle wird uns mehr wirtschaftliche Chancen als Probleme bringen".

Kaum mehr Deutsche glauben, dass sich das Bild ihres Landes in der Welt durch die Willkommenskultur verbessert. "Deutschland wird durch die Aufnahme der vielen Flüchtlinge an Ansehen in der Welt gewinnen" - diesen Satz befürworteten in der Befragung nur 20 Prozent. In Osten sehen das lediglich 12 Prozent so, in Westdeutschland 22. Unter Jugendlichen (14-17 Jahre) ist der Anteil mit 32 Prozent allerdings deutlich höher.

Opaschowski selbst meinte, dass die Zuwanderung nicht problematisch verlaufen müsse, wenn es für das Zusammenleben klare Prinzipien wie in den USA gebe. Als Beispiel nannte er erfolgreiche amerikanische Firmen, die Mitarbeiter aus bis zu 80 verschiedenen Nationen hätten, aber auch alles bis ins Detail über Compliance (Regeltreue) und Checklisten festlegten. "Als Wegweisung braucht man in Zukunft Verhaltensregeln", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Bestimmte Dinge wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau müssten einfach akzeptiert werden, damit ein gutes Zusammenleben möglich sei. Die Menschen wünschten sich das, auch wenn viele noch am Gelingen zweifelten. "Das Leitbild der nächsten Monate muss eigentlich lauten: gut zusammenleben", betonte Opaschowski.

Eine Mehrheit der Deutschen hält laut der Umfrage die Politiker für überfordert. 56 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu: "Die Politiker sind den Herausforderungen der Zeit immer weniger gewachsen." In Ortschaften unter 5000 Einwohnern sind es gar 66 Prozent, die von der Politik kaum noch Lösungen erwarten. "Generell nehmen die Vertrauensverluste gegenüber der Politik zu", konstatierte Opaschowski.

Erst kürzlich hatten der Zukunftsforscher und die Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen von einer Rückkehr der "German Angst" gesprochen. Erstmals seit Jahren blicke die Mehrheit der Deutschen eher mit Angst als Zuversicht auf das kommende Jahr, die Zahl der Pessimisten sei deutlich größer die der Optimisten.

Die Bürger reagierten mit mehr zwischenmenschlichem Vertrauen im privaten Bereich und suchten soziale Geborgenheit in der Familie oder im Freundeskreis, erklärte Opaschowski. Er verwies dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes, wonach die Ehen wieder stabiler werden und die Zahl der Scheidungen sinkt.

Die BAT-Stiftung sieht ebenfalls eine "Renaissance der menschlichen Nähe". Sie berief sich dabei auf eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK. Demnach erwarten 44 Prozent der Befragten im kommenden Jahr, dass die Menschen näher zusammenrücken, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Mit einem Auseinanderdriften rechnen 56 Prozent, drei Prozent weniger als vor Jahresfrist.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Massive Bombenangriffe brachten ihm den Tod: Sahran Allusch, einer der wichtigsten Anführer islamistischer Aufständischer in Syrien, ist tot. Mit ihm starben wichtige Gefolgsleute seiner Miliz Dschaisch al-Islam.

26.12.2015

Dem Chefredakteur der türkischen Zeitung "Hürriyet", Sedat Ergin, droht nach Mitteilung des Blattes ein Verfahren wegen Beleidigung des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

25.12.2015

Die Polizei in Marokko ist seit Monaten bemüht, Flüchtlinge von den Grenzen zu den spanischen Nordafrika-Exklaven Melilla und Ceuta fernzuhalten. Zu Weihnachten ereignet sich in Ceuta erstmals seit längerer Zeit ein größerer Massenansturm auf spanisches Gebiet.

25.12.2015
Anzeige