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UN-Generalsekretär Ban: «Alle hier haben die Macht, die nötigen Veränderungen zu erreichen.»

UN-Generalsekretär Ban: «Alle hier haben die Macht, die nötigen Veränderungen zu erreichen.» © Sedat Suna

Hilfsorganisationen

UN wollen mehr Einsatz für Notleidende

Die Zahl der Krisen und Katastrophen steigt massiv. Millionen in Not bekommen nicht genug Hilfe. Der UN-Nothilfegipfel soll ihre Lage verbessern. Doch Kritiker erwarten von dem Treffen wenig.

Istanbul. Angesichts der größten humanitären Krise seit dem Zweiten Weltkrieg hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Weltgemeinschaft zu mehr Einsatz für notleidende Menschen aufgerufen. Es gebe heute eine Rekordzahl an Menschen, die Hilfe zum Überleben bräuchten.

"Alle hier haben die Macht, die nötigen Veränderungen zu erreichen.", sagte Ban am Montag zum Auftakt des zweitägigen ersten UN-Weltnothilfegipfels in Istanbul. Deutschland sagte zu, seinen Beitrag zum UN-Nothilfefonds in diesem Jahr aufzustocken.

Bundeskanzlerin Angela Merkel verlangte in ihrer Rede, in Kriegs- und Krisengebieten das humanitäre Völkerrecht strikt einzuhalten. Es sei eigentlich eine Katastrophe, dass darüber gesprochen werden müsse. Vor allem kritisierte sie, dass im Bürgerkriegsland Syrien und anderswo systematisch Klinken bombardiert und Ärzte getötet werden.

Merkel forderte einen globalen Konsens für eine bessere Verzahnung der Nothilfe in Krisengebieten. "Wir dürfen nicht von Katastrophe zu Katastrophe arbeiten", sagte sie. Nötig sei ein globales System reibungsloser und ineinander greifender internationaler Hilfe.

Bei dem humanitären Weltgipfel geht es darum, die oft unzureichende Versorgung notleidender Menschen in Krisengebieten zu verbessern. Mit dem Treffen reagieren die UN auf die weltweit stark gestiegene Zahl von Krisen und und Menschen in Not. Insgesamt nehmen rund 6000 Vertreter von Staaten und internationalen Organisationen teil, darunter mehr als 60 Staats- und Regierungschefs.

Die Welt erlebt derzeit nach UN-Darstellung die schlimmste humanitäre Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Demnach brauchen weltweit 125 Millionen Menschen Hilfe, 60 Millionen sind auf der Flucht - die größte Zahl seit rund 70 Jahren. Oft reicht das Geld nicht aus, um Notleidende in Krisengebieten mit dem Nötigsten zu versorgen.

Die UN rechnen in diesem Jahr mit einem Finanzbedarf von rund 20 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro). Davon sind bisher jedoch erst 3,8 Milliarden Dollar zusammengekommen. Die größten Geldgeber und UN-Hilfsorganisationen einigten sich in Istanbul darauf, durch den Abbau von Ineffizienzen künftig jährlich eine Milliarde Dollar einzusparen, um das Geld für Notleidende zu nutzen.

Deutschland setzt sich bei dem humanitären Weltgipfel zudem dafür ein, den UN-Nothilfefonds auf eine Milliarde US-Dollar (etwa 890 Millionen Euro) mehr als zu verdoppeln. Ihren eigenen Beitrag erhöht die Bundesregierung dazu in diesem Jahr um zehn Millionen auf insgesamt 50 Millionen Euro, wie Steinmeier erklärte.

Deutschland als einer der größten Geldgeber weltweit will so dazu beitragen, dass Krisenhilfe längerfristiger geplant werden kann. "Hilfe für Menschen in Not muss sofort und verlässlich verfügbar sein", sagte Steinmeier. Raum und Zeit für komplizierte Abstimmungsprozesse gebe es in Notsituationen nicht.

Im Vorfeld hatte es Kritik an dem Gipfel gegeben. Viele Teilnehmer erwarten keine konkreten Ergebnisse. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) sagte ihre Teilnahme ab, weil sie das Treffen für ein "Feigenblatt" hält. Außer Merkel nehmen an dem Gipfel kaum Staats- und Regierungschef der weltweit führenden Geberländer teil.

dpa


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