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Im vergangenen Jahr wurden innerhalb von 50 Tagen mehr als 2200 Palästinenser und mehr als 70 Israelis getötet. Foto: Abir Sultan

Im vergangenen Jahr wurden innerhalb von 50 Tagen mehr als 2200 Palästinenser und mehr als 70 Israelis getötet. Foto: Abir Sultan

Konflikte

UN-Handelsexperten: Gazastreifen droht Unbewohnbarkeit

Ein Jahr ist seit Inkrafttreten der Waffenruhe vergangen, die den blutigen Gaza-Krieg beendete. Doch der Wiederaufbau der zerstörten Wohngebiete in der Küstenenklave geht kaum voran. UN-Experten schlagen Alarm.

Genf/ Tel Aviv. UN-Experten haben ein düsteres Zukunftsszenario für den Gazastreifen gezeichnet. Sollte sich an den gegenwärtigen ökonomischen Entwicklungen nichts ändern, könnte das Küstengebiet bis 2020 unbewohnbar werden.

Neben einer achtjährigen Wirtschaftsblockade habe es in den vergangenen sechs Jahren drei Militäreinsätze im dicht besiedelten Gazastreifen gegeben. Das erklärte die Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD). Die Militäreinsätze hätten der ohnehin maroden Infrastruktur weiteren Schaden zugefügt sowie Wiederaufbau und wirtschaftliche Erholung behindert.

Allein im vergangenen Jahr waren in dem 50-tägigen Krieg zwischen Israel und der radikalen Palästinenserorganisation Hamas über 2200 Palästinenser und mehr als 70 Israelis getötet worden. Ende August 2014 verkündeten Israel und die Palästinenser eine Waffenruhe.

Etwa 18 000 Häuser wurden im Gaza-Krieg verwüstet oder schwer beschädigt. Doch der Wiederaufbau verläuft nur schleppend. Die Lieferungen von Baumaterial werden streng von Israel überwacht, um Missbrauch für militärische Zwecke auszuschließen. Außerdem ist bisher nur ein Teil von insgesamt 4,3 Milliarden Euro Hilfsgeldern angekommen, die verschiedene Nationen den Palästinensern bei einer Geberkonferenz im vergangenen Jahr versprochen hatten.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bot Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nun sofortige und direkte Friedensgespräche an. Dafür sei er bereit, an jeden Ort zu fahren, ohne Vorbedingungen, sagte er am Dienstag bei einem Treffen mit Friedensaktivistinnen. Der palästinensische Chefunterhändler wies das Angebot jedoch am Mittwoch als "leere Worthülsen" zurück.

Netanjahu führe eine Regierung "von Siedlern und für Siedler" an. Die Palästinenser fordern vor neuen Gesprächen einen Siedlungsausbau-Stopp Israels in den Palästinensergebieten, die Freilassung von Häftlingen sowie die Festlegung der Grenzen vor dem Sechstagekrieg 1967 als Verhandlungsbasis.

dpa


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