Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt UN-Experten: Glyphosat wahrscheinlich nicht krebserregend
Nachrichten Politik Deutschland/Welt UN-Experten: Glyphosat wahrscheinlich nicht krebserregend
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:08 16.05.2016
Aktivisten vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland demonstrieren am 12. Mai vor dem Bundestag in Berlin gegen den Einsatz des Pflanzenschutzmittels Glyphosat. Quelle: Rainer Jensen
Anzeige
Genf

Wenige Tage vor entscheidenden EU-Beratungen über das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat hat eine UN-Studie den Krebsverdacht nicht bestätigt. Tiertests mit für Menschen relevanten Dosen des Mittels hätten gezeigt, dass Glyphosat bei der Nahrungsaufnahme nicht zu genetischen Zellveränderungen führe.

Glyphosat ist der weltweit am meisten eingesetzte Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln. Zur Krebsgefahr hatte es bereits in der Vergangenheit widersprüchliche Studien gegeben. In den kommenden Tagen soll in der EU über eine Verlängerung der Zulassung des Herbizids entschieden werden.

Glyphosat ist in vielen Pflanzenschutzmitteln enthalten. Es wird unter der Produktbezeichnung "Roundup" auch von privaten Hausbesitzern verwendet, um etwa Garagenzufahrten von Unkraut freizuhalten.

In dem jetzt veröffentlichten Glyphosat-Bericht heißt es, auch Veränderungen des menschlichen Erbguts hätten nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden können. In dem Bericht werden Ergebnisse eines Arbeitstreffens von Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zusammengefasst, das vom 9. bis 13. Mai in Genf stattfand. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass es bei Tests mit Mäusen bei sehr hohen Dosen Krebsverdacht gab.

Die Gefahr durch Glyphosat ist seit langem höchst umstritten. Die jüngsten Aussagen stehen im Gegensatz zu Feststellungen der mit der WHO verbundenen Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon, die Glyphosat 2015 als wahrscheinlich krebserregend eingestuft hatte. Dagegen war die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) zum Schluss gekommen, der Wirkstoff berge vermutlich keine Krebsgefahr für den Menschen. Das entspricht auch der Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in Berlin.

Der zuständige EU-Ausschuss für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit will in dieser Woche entscheiden, ob die Zulassung für Glyphosat verlängert werden soll oder nicht. Der Ausschuss, in dem Vertreter der 28 Mitgliedstaaten sitzen, trifft sich am 18. und 19. Mai. Das Europaparlament hatte im April empfohlen, Glyphosat nur noch für 7 Jahre zuzulassen, nicht für 15 Jahre.

Das Thema ist in der Bundesregierung umstritten. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) ist für eine Verlängerung. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) verlangt dagegen, es müsse erst zweifelsfrei geklärt werden, ob Glyphosat gesundheitlich unbedenklich sei.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Stabilisierung Libyens gilt als eine der Schlüsselfragen, um auch die Flüchtlingskrise in den Griff zu bekommen. Die Diplomatie setzt auf die Einheitsregierung in Tripolis. Die braucht mehr als gute Worte.

16.05.2016

Rabiates Durchgreifen gegen Kriminelle hat er schon im Wahlkampf angekündigt. Nach seinem Wahlsieg legt der nächste philippinische Präsident nun nach: Polizisten sollen Verbrecher erschießen.

16.05.2016

Was soll mit Langzeitarbeitslosen mit geringen Chancen auf einen Job geschehen? Dauerbezieher von Hartz IV sollen länger gemeinnützig beschäftigt werden. Älteren droht schneller die Zwangsverrentung.

16.05.2016
Anzeige