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Terrorismus

Türkei: Konkrete Warnung vor Anschlag auf deutsche Stellen

Die Lage in der Türkei ist angespannt. Deutsche Einrichtungen bleiben vorerst geschlossen. Medien berichten, Warnungen vor einem Anschlag stehen in einem Zusammenhang mit der Terrormiliz IS.

Berlin. Die Schließung deutscher Einrichtungen in der Türkei beruht auf konkreten Warnungen vor einem Anschlag aus dem Umfeld der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Das verlautete heute aus deutschen Sicherheitskreisen. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" haben drei ausländische Geheimdienste dem Bundesnachrichtendienst den Namen und das Foto eines angeblich für den Anschlag vorgesehenen Täters übermittelt. Ziel seien konkret deutsche Einrichtungen in der Türkei gewesen, meldete auch das rbb-Inforadio.

Aus Sorge vor einem Terroranschlag werden die wichtigsten deutschen Vertretungen in der Türkei übers gesamte Wochenende geschlossen bleiben, wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Berlin mitteilte. Die Anordnung betrifft die deutsche Botschaft in Ankara sowie das Generalkonsulat und die Deutsche Schule in Istanbul.

Am Montag werden sowohl Generalkonsulat, als auch die deutsche Botschaft in Ankara wieder öffnen, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Das Goethe-Institut in Istanbul bleibt am Montag jedoch geschlossen.

Im Januar hatte ein Selbstmordattentäter in Istanbul zwölf deutsche Touristen mit in den Tod gerissen. Die aktuellen Warnungen kamen nach "Spiegel"-Angaben vom US-Geheimdienst CIA, dem türkischen Geheimdienst MIT und dem Sicherheitsapparat der kurdischen Peschmerga. Die Tage bis zum Sonntag seien als Zeitraum genannt worden.

Auch für die Nato-Luftwaffenbasis in Incirlik nahe der südtürkischen Stadt Adana gelte seit dem 10. März eine Terrorwarnung. Von dort aus fliegen die USA Luftangriffe gegen den IS. Die Bundeswehr hat im Rahmen des Kampfes gegen die Terrormiliz Aufklärungsflugzeuge vom Typ Tornado auf der Basis stationiert, die aber keine Ziele angreifen.

Die türkische Regierung macht den IS für mehrere Anschläge in der Türkei verantwortlich, auch für den Anschlag auf die deutsche Reisegruppe. Innenminister Thomas de Maizière hatte damals gesagt, es gebe keine Hinweise darauf, dass der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet war.

Die Sicherheitslage in der Türkei hatte sich zuletzt weiter verschärft. Im Februar starben bei einem Anschlag auf einen Militärkonvoi in der Hauptstadt Ankara 30 Menschen. Am Sonntag wurden bei einem Attentat ebenfalls in Ankara 37 Menschen getötet. Zu beiden Anschlägen bekannte sich eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

In der Türkei war nach der Schließung der deutschen Einrichtungen Kritik laut geworden. Der Gouverneur von Istanbul hatte am Donnerstag mitgeteilt, die Maßnahmen würden die türkische Öffentlichkeit "negativ beeinflussen".

Die regierungsnahe Zeitung "Sabah" nannte die Entscheidung Deutschlands in ihrer Freitagsausgabe "skandalös". Diese diene nur dazu, die türkische Bevölkerung nervös zu machen. Die Zeitung berichtete außerdem, dass Ermittlungen gegen die Deutsche Schule in Istanbul eingeleitet worden seien. Die Schule habe die Entscheidung zur Schließung eigenmächtig getroffen, obwohl sie dem türkischen Bildungsministerium unterstellt sei. Weitere Details zu den Ermittlungen nannte "Sabah" nicht.

dpa


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