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Nach dem Sieg in Iowa spricht Ted Cruz an der Seite seiner Frau Heidi in Des Moines.

Nach dem Sieg in Iowa spricht Ted Cruz an der Seite seiner Frau Heidi in Des Moines. © Jim Lo Scalzo

Wahlen

Trump verliert in Iowa gegen Cruz

Iowa hat gewählt - und Donald Trump entzaubert. Nur zunächst? Er wurde bei den Republikanern Zweiter hinter dem erzkonservativen Senator Ted Cruz. Bei den Demokraten gab es fast eine Überraschung.

Des Moines. Mit einer Niederlage gegen den erzkonservativen Senator Ted Cruz ist Donald Trump in das US-Wahljahr 2016 gestartet. Bei der ersten Vorwahl im Bundesstaat Iowa landete der Milliardär nur auf dem zweiten Platz, knapp vor dem überraschend starken Marco Rubio, dem Senator aus Florida.

Bei den Demokraten gewann im Rennen um die Nachfolge Barack Obamas Ex-Außenministerin Hillary Clinton mit nur 0,2 Prozentpunkten vor Bernie Sanders, dem linken Senator aus dem Bundesstaat Vermont. Er erhielt 49,6 Prozent.

Die Vorwahlen im Kampf um das Weiße Haus werden schon am kommenden Dienstag im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire fortgesetzt. Bei den Demokraten liegt dort Sanders in Umfragen deutlich vorn. Der 74 Jahre alte Senator mit einem für US-Verhältnisse ausgesprochen linken Programm kommt aus dem Nachbarstaat Vermont. Bei den Republikanern führt Trump in New Hampshire mit deutlichem Vorsprung. Die dann folgende Wahl findet in South Carolina statt.

Sowohl bei den Republikanern wie bei den Demokraten ist das sehr starke Abschneiden von Anti-Establishment-Kandidaten wie Cruz, Trump oder Sanders bemerkenswert. Bei den Republikanern wird es vermutlich auf einen Dreikampf Trump, Cruz und Rubio hinauslaufen.

Bei den Demokraten ist ungewiss, ob Sanders Stärke seiner Graswurzelbewegung über den Nordosten des Landes hinausreichen wird. Clinton bleibt Favoritin. Sie und ihre Partei werden aber von der Affäre um das Abwickeln dienstlicher E-Mails über einen privaten Server belastet, schlimmstenfalls droht ihr im Sommer eine Anklage.

Cruz verwies mit etwa 27,7 Prozent Trump (etwa 24,3 Prozent) auf Platz zwei. Für den großspurig auftretenden Immobilien-Milliardär aus New York ist das eine schmerzliche Niederlage in seiner ersten Wahl überhaupt. Trump sagte aber, er fühle sich mit Platz zwei geehrt.

Rubios sehr starker dritte Platz (etwa 23,1 Prozent) führte zu der Erwartung, dass er nun als Kompromisskandidat die volle Unterstützung des Establishments der Republikaner erhalten wird. Er sagte, er wolle die Partei im weiteren Wahlkampf wieder einen.

Andere gemäßigte Republikaner wie Jeb Bush (Ex-Gouverneur Florida), John Kasich (Gouverneur Ohio) oder Chris Christie (Gouverneur New Jersey) schnitten alle unter drei Prozent und damit sehr schlecht ab. Für den früheren Chirurgen Ben Carson entschieden sich immerhin etwa 9,3 Prozent.

Bei den Demokraten stieg Ex-Gouverneur Martin O'Malley aus dem Rennen aus, damit sind Clinton und Sanders unter sich. Der Demokrat landete in Iowa bei nur einem halben Prozent. Auch der republikanische Bewerber Mike Huckabee strich enttäuscht die Segel.

Nach den Vorwahlen in allen Bundesstaaten und US-Außengebieten benennen Demokraten und Republikaner im Sommer bei großen Parteitagen mit Tausenden Delegierten ihren Präsidentschaftskandidaten. Insgesamt muss ein Kandidat in den Vorwahlen bei den Republikanern 1237 Delegierte auf sich vereinen, bei den Demokraten 2382. Wahrscheinlich wird diese Zahl bereits vor den Parteitagen im Juli erreicht werden.

In dieses Rennen schickt Iowa 30 Delegierte bei den Republikanern und 44 bei den Demokraten. Die Verteilung bei den Republikanern ist weiter offen. Mehrere Quellen in der republikanische Partei machten widersprüchliche Angaben, ob die Delegierten aufgeteilt oder auf einen Kandidaten vereint würden. Auch bei den Demokraten ist die Verteilung der Delegierten zunächst nicht eindeutig klar.

Der Agrarstaat Iowa spielt zahlenmäßig eine untergeordnete Rolle, ihm kommt aber eine wichtige Signalwirkung zu. In den vergangenen Jahrzehnten wurde kein Bewerber Präsident, der in Iowa nicht mindestens auf Platz 3 gekommen war.

In Iowa wurde nach einem Caucus-Verfahren gewählt. In 1681 Wahlkreisen fanden sich die Anhänger beider Parteien zu Wahlversammlungen zusammen und diskutierten. Bei den Demokraten wurde dann offen, bei den Republikanern geheim abgestimmt.

In vier Wahlkreisen hatte es Probleme bei der Übermittlung der Ergebnisse gegeben. In mehreren Wahlkreisen musste für die Zuordnung eines Delegierten eine Münze geworfen werden.

Einen Nachfolger für Barack Obama und damit ihren 45. Präsidenten wählen die Amerikaner am 8. November. Obama bleibt noch bis Mitte Januar 2017 im Amt, wenn der neue Präsident oder die erste Präsidentin vereidigt wird. 

dpa


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