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Donald Trump über Hillary Clinton: «Sie will uns unsere Waffen wegnehmen».

Donald Trump über Hillary Clinton: «Sie will uns unsere Waffen wegnehmen». © Peter Foley/Archiv

Waffen

Trump verbündet sich mit Waffenlobby NRA gegen Clinton

Früher hat er sich für Beschränkungen beim Waffenbesitz ausgesprochen. Jetzt sieht er das ganz anders: Donald Trump fordert gar ein Ende aller waffenfreien Zonen in den USA. Die mächtige Waffenorganisation NRA dankt es ihm.

Louisville. Mit einem feurigen Plädoyer für ein uneingeschränktes Recht auf Waffenbesitz hat sich Donald Trump jubelnde Unterstützung der mächtigen US-Waffenlobby-Organisation NRA im Wahlkampf gesichert.

Damit wich der voraussichtliche republikanische Präsidentschaftskandidat erneut - wie etwa beim Thema Abtreibung - von früheren Positionen ab. Noch 2012, nach dem Blutbad an einer Grundschule in Connecticut, hatte der Multimilliardär den emotionalen Aufruf von US-Präsident Barack Obama zu schärferen Waffenkontrollgesetzen begrüßt.

Auf der Jahresversammlung der NRA (National Rifle Association) in Louisville (Kentucky) zeigte sich Trump am Freitag nun als glühender Waffenanhänger und setzte sich für die Abschaffung sämtlicher waffenfreien Zonen in den USA ein. Dazu zählen Schulen.

Er werde als Präsident das Recht auf Waffenbesitz entschieden verteidigen, sagte Trump, der die Nominierung zum Spitzenkandidaten praktisch in der Tasche hat. Entsprechend feuerte er unter dem Jubel der Anwesenden eine Fülle von Breitseiten gegen seine voraussichtliche Rivalin bei der Präsidentenwahl, Hillary Clinton, ab.

Die Demokratin sei die am meisten gegen Waffen gerichtete Kandidatin in der Geschichte und wolle zudem auch noch gewalttätige Kriminelle aus Gefängnissen entlassen, behauptete Trump. "Sie will uns unsere Waffen wegnehmen (...). Sie will verwundbare Amerikaner in Gewaltgegenden entwaffnen. Ob es eine alleinerziehende junge Mutter in Florida ist oder eine Großmutter in Ohio, Hillary will sie wehrlos machen, ihnen jede Chance nehmen, die sie zum Überleben haben."

Das entspricht jedoch nicht dem, was Clinton anstrebt. Die Ex-Außenministerin und frühere First Lady setzt sich zwar laut und deutlich für schärfere Bestimmungen ein, so für ein Verbot von Sturmgewehren in Privathand und verstärkte Überprüfungen potenzieller Waffenkäufer: Sie stellt das Grundrechts auf Waffenbesitz aber nicht infrage.

So schoss Clinton nach Trumps Rede auch via Twitter zurück: "Sie liegen falsch... Wir können den zweiten Artikel der Verfassung aufrechterhalten und zugleich sinnlose Waffengewalt verhindern."

Nach Obamas Trauerrede in Connecticut im Dezember 2012 hatte Trump seinerseits mit getwittert: "Präsident Obama hat für mich und jeden Amerikaner gesprochen." Die "New York Times" wies außerdem darauf hin, dass Trump in seinem Buch "The America We Deserve" 2002 zwar geschrieben habe, dass er "generell" gegen Waffenkontrolle sei. Zugleich habe er aber die Lobby-Macht der NRA kritisiert und erklärt: "Ich unterstütze das Verbot von Sturmgewehren, und ich unterstütze ein wenig längere Wartezeiten vor Waffenkäufen."

Trump hatte sich auch im vergangenen Jahr an die NRA-Versammlung gewandt, als er noch über eine Präsidentschaftsbewerbung nachdachte. Damals sprach er der "Washington Post" zufolge aber kaum direkt über Waffen und beunruhigte damit eine Reihe der Waffenlobbyisten. Seitdem hat er seinen Kurs zunehmend verschärft.

So sicherte der NRA-Vorsitzende Chris Cox Trump am Freitag offiziell die Unterstützung der NRA zu - kein unbedeutender Schritt: Der Verband hat rund fünf Millionen Mitglieder.

Hat das Thema Waffen schon im Vorwahlkampf eine größere Rolle gespielt, dürfte es im voraussichtlichen Zweikampf zwischen Trump und Clinton noch stärker an Gewicht gewinnen. Die Demokratin befindet sich dabei in einer delikaten Position. Eine Reihe von besonders umstrittenen Staaten, die sie für sich gewinnen muss, sind Hochburgen von entschiedenen Waffenverfechtern.

Dennoch wollte Clinton am Samstagabend (Ortszeit) auf einer Spendenveranstaltung zugunsten einer Stiftung zu Ehren von Trayvon Martin sprechen. Der unbewaffnete schwarze Teenager war 2012 in Florida von einem Freiwilligen einer Bürgerwehr erschossen worden.

In den USA sterben im Schnitt jährlich etwa 33 000 Menschen durch Schusswaffengewalt. Die Zahl steigt seit Jahren. Statistisch gesehen besitzen 90 Prozent der 320 Millionen US-Bürger eine Waffe.

dpa


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