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Donald Trump zum Thema Abtreibung: «Es muss eine Art von Bestrafung geben.» 

Donald Trump zum Thema Abtreibung: «Es muss eine Art von Bestrafung geben.» © Tannen Maury

Wahlen

Trump sorgt mit Aussagen über Abtreibungen für Empörung

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat mit einer Aussage über Abtreibungen einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. In einem Interview des Senders MSNBC plädierte er am Mittwochabend dafür, Frauen für eine Abtreibung zu bestrafen, sollten diese für illegal erklärt werden.

Green Bay. n. Trump wollte aber auch auf Nachfrage nicht sagen, was er sich genau darunter vorstellt. Mit seinem Vorschlag zog er scharfe Kritik auf sich.

Wenig später ruderte der Unternehmer zurück. Nicht die Frauen sollten bestraft werden, sondern "der Arzt oder jeder andere, der diese illegale Handlung vornimmt", erklärte er in einer Mitteilung. "Die Frau ist in diesem Fall ein Opfer, genau wie das Leben in ihrem Leib." Der 69-Jährige ist dafür bekannt, dass er häufig seine Meinung ändert. Dass er sich so schnell von seinen eigenen Worten distanziert, ist aber auch für ihn ungewöhnlich.

Seine Sprecherin Katrina Pierson war bemüht, das Thema herunterzuspielen. Trump habe sich versprochen, sagte sie dem Sender CNN. "Es ist fair, diese Frage zu stellen, aber es sollte auch fair sein, es nicht über 24 Stunden zu einer Nachricht zu machen, wenn der Bewerber es klar stellt und es in der Welt gerade um Terrorismus geht."

Schlechte Presse kann Trump derzeit nicht gebrauchen. Er liegt im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Konservativen vorne. Führende Vertreter der republikanischen Partei machen seit einigen Wochen aber massiv Stimmung gegen den Unternehmer. Sie wollen seine Kandidatur mit allen Mitteln verhindern. Die unmstrittenen Aussagen liefern ihnen neue Argumente.

Trump hat sich in der Vergangenheit bereits mehrmals negativ über Frauen geäußert. Da kann er noch so oft betonen, wie sehr ihm diese am Herzen liegen würden, am Ende könnte es ihn Stimmen kosten. Die nächste Vorwahl steht am nächsten Dienstag im Bundesstaat Wisconsin an.

Das Thema Abtreibungen ist in den USA sehr aufgeladen und wird oft unversöhnlich diskutiert. 1992 bekräftigte der Supreme Court, dass die freie Entscheidung zu einer Abtreibung vom 14. Zusatz der US-Verfassung geschützt wird. Am Obersten Gerichtshof steht im Juni eine der wichtigsten Entscheidungen seit Jahren zu dem Thema an. In dem Fall geht es um ein Gesetz in Texas, in dessen Folge 30 von 40 Abtreibungskliniken geschlossen wurden. Das Urteil hätte eine landesweite Signalwirkung.

Trump hat sich lange dafür ausgesprochen, die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch den Frauen zu überlassen. Während der vergangenen Monate änderte er jedoch seine Meinung und erklärte, er trete für den Schutz des ungeborenen Lebens ein.

Seine jüngsten Aussagen sorgten für heftige Reaktionen im ohnehin emotional aufgeladenen Wahlkampf. Die demokratische Bewerberin Hillary Clinton schrieb bei Twitter: "Wir können jemanden mit so viel Verachtung für die Rechte der Frauen nicht in die Nähe des Weißen Hauses lassen." Trumps Worte seien abscheulich. Seine Position unterscheide sich zudem nicht von denen der anderen republikanischen Bewerber.

Ted Cruz, Trumps Rivale im konservativen Feld, erklärte: "Wir sollten nicht darüber reden, Frauen zu bestrafen; wir sollten ihre Würde achten und ihre unglaubliche Gabe, Leben in die Welt zu bringen." Der Senator von Texas ist selbst strikt gegen Abtreibungen.

Auch von der Organisation "March for Life" kam Kritik. Die Initiative organisiert alljährlich eine Demonstration gegen das Recht auf Abtreibung. Trumps Aussagen stünden nicht im Einklang mit der Pro-Life-Bewegung, sagte Jeanne Mancini, Präsidentin der Organisation. "Sich für den Schutz des Lebens auszusprechen, heißt, das Beste für eine Mutter und ihr Kind zu wollen." Es dürfe nicht darum gehen, Frauen zu bestrafen.

dpa


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