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Die Brüsseler U-Bahn hat trotz unverminderter Terrorgefahr den Betrieb wieder aufgenommen. Foto: Laurent Dubrule

Die Brüsseler U-Bahn hat trotz unverminderter Terrorgefahr den Betrieb wieder aufgenommen. Foto: Laurent Dubrule

Terrorismus

Trotz Terrorgefahr wieder U-Bahnen in Brüssel

Schwer bewaffnete Polizisten und Soldaten patrouillieren in Brüssel. Immerhin fahren wieder U-Bahnen in Belgiens Hauptstadt. Doch die Terrorwarnstufe bleibt. Nachbar Frankreich ergreift neue Maßnahmen.

Brüssel/Paris. Trotz der weiter gültigen höchsten Terror-Warnstufe 4 versucht Brüssel, langsam wieder zur Normalität zurückzukehren. Unter Polizeischutz nahmen rund 700 Schulen in der belgischen Hauptstadt den Unterricht wieder auf.

Auch die U-Bahn verkehrte wieder auf einigen Linien. In deren Stationen patrouillierten wie in der Innenstadt schwer bewaffnete Soldaten. Über das Wochenende war Brüssel nahezu komplett zum Stillstand gekommen. Die Regierung fürchtet ähnliche Anschläge wie in Paris und fahndet nach Terrorverdächtigen. Die am Samstag ausgerufene höchste Terrorwarnstufe soll noch bis Montag gelten.

Zwölf Tage nach den Anschlägen in Paris mit 130 Toten, die etliche Verbindungen nach Brüssel aufwiesen, wartete Belgien weiter auf einen durchschlagenden Erfolg bei der Suche nach Terroristen und möglichen Helfern. Außenminister Didier Reynders sagte dem US-Sender ABC, die Fahnder suchten derzeit etwa zehn Personen.

Die Behörden fürchteten, dass Attentäter mit "schweren Waffen" und Bomben Anschläge verüben könnten. Es gebe Hinweise auf Einkaufszentren als mögliche Ziele - nicht aber auf Schulen. Trotz tagelanger Suche wurden zunächst keine größeren Waffen- oder Sprengstofffunde bekannt.

Unterdessen setzte Frankreich angesichts des landesweiten Ausnahmezustands die Europäische Menschenrechtskonvention teilweise aus. Die französischen Behörden informierten am Mittwoch den Generalsekretär des Europarates, Thorbjörn Jagland, über diese vorläufige Maßnahme als Folge der Terrorangriffe in Paris am 13. November.

Die Nationalversammlung hatte den Ausnahmezustand bis in den Februar hinein verlängert, um wirkungsvoll gegen die Terrorgefahr vorzugehen. Wohnungen können ohne richterlichen Beschluss durchsucht, Personen unter Hausarrest gestellt werden. Welche Artikel der Menschenrechtskonvention betroffen sind, habe Frankreich nicht erklärt, sagte der Sprecher des Generalsekretärs, Daniel Höltgen.

Am Abend wollten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident François Hollande zu einem Arbeitsessen in Paris treffen. Dabei dürfte es um Frankreichs Bemühungen gehen, eine internationale Allianz gegen die Terrororganisation Islamischer Staat" (IS) zu schmieden - mit Einbindung Russlands.

Premier Manuel Valls gab in der Nationalversammlung bekannt, dass Frankreich seit Beginn seiner Luftschläge gegen den IS im Herbst 2014 mehr als 300 Angriffe flog. Frankreich greift seit September 2014 IS-Stellungen im Irak an, seit September 2015 attackieren die Kampfjets auch Ziele in Syrien. Nach den Pariser Anschlägen will Frankreich sein militärisches Engagement in der Krisenregion ausweiten.

Am Freitag ist in Paris eine Trauerfeier für die Terroropfer von Paris geplant. Dann sollen alle Franzosen ihre Häuser und Wohnungen mit blau-weißen-roten Landesflaggen schmücken. Durch die symbolische Aktion mit der Trikolore könnten alle Mitbürger der Toten gedenken, ließ Hollande am Mittwoch mitteilen.

Der Terrorverdächtige Salah Abdeslam, der mit den mutmaßlichen Attentätern von Brüssel nach Paris gereist war, ist weiter auf der Flucht. Ein Brüsseler Gericht bestätigte am Mittwoch einen Haftbefehl gegen einen mutmaßlichen Helfer Abdeslams. In seinem Lieferwagen sollen Waffen und eine Blutspur gefunden worden sein. Der Verhaftete bestritt jedoch sämtliche Beschuldigungen.

dpa


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