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Anwesen von Boris Beresowski: Nach dem Tod des Kremlkritikers will Russland auf das Vermögen des Unternehmers zugreifen.

Anwesen von Boris Beresowski: Nach dem Tod des Kremlkritikers will Russland auf das Vermögen des Unternehmers zugreifen.© Facundo Arrizabalaga

Gesellschaft

Toter Beresowski: Polizei forscht nach Ursache

Die Leiche des russischen Oligarchen Boris Beresowski ist am Montag einer gerichtsmedizinischen Untersuchung unterzogen worden. Ergebnisse stünden nicht vor dem späten Montagabend fest, teilte die Thames Valley Police am Montag mit.

Moskau/London. Die sterblichen Überreste des einstigen Multimillionärs und einflussreichen Machtpolitikers waren am Samstag im Badezimmer seines Hauses in Ascot, südwestlich von London gefunden worden. Erst in der Nacht zum Montag wurde der Leichnam abtransportiert.

 Die Untersuchungen im Haus des Toten sollen noch mehrere Tage andauern, sagte Chief Inspector Kevin Brown. Nach wie vor gebe es keine Hinweise auf ein Verbrechen.

 Freunde von Beresowski bezweifelten nach dem aufsehenerregenden Todesfall, dass der als kämpferisch bekannte Oligarch Selbstmord begangen haben könnte. Sein langjähriger Freund Nikolai Gluschkow sagte dem "Guardian": "Ich bin mir sicher, dass er ermordet wurde. Ich habe andere Informationen, als die, die in den Medien veröffentlicht werden."

   Nach dem Tod des Kremlkritikers will Russland auf das Vermögen des in Moskau wegen zahlreicher Wirtschaftsverbrechen verurteilten Unternehmers zugreifen. Die Generalstaatsanwaltschaft strebe weiter eine Rückkehr von Besitztümern an, die Beresowski sich illegal angeeignet habe, teilte die Behörde nach Angaben der Agentur Interfax am Montag mit. Details wurden nicht genannt.

 Auch in London wurden bereits am Montag Geldforderungen an den Nachlass Beresowskis laut. Dem 67-Jährigen Ex-Milliardär waren nach teuren Gerichtsauseinandersetzungen mit Ex-Frauen und seinem Landsmann Roman Abramowitsch zuletzt erhebliche Geldprobleme nachgesagt.

 Der am Samstag tot in Großbritannien aufgefundene frühere Moskauer Machtpolitiker war nach seiner Flucht ins englische Exil von der russischen Justiz in gut einem Dutzend Verfahren in Abwesenheit verurteilt worden. Beresowski hatte die Prozesse als politische Rache gegen ihn kritisiert.

 Der Erzfeind von Kremlchef Wladimir Putin war im Alter von 67 Jahren gestorben. Die Todesursache ist unklar. Allerdings hatten Ermittler nach ersten Erkenntnissen keine Hinweise auf ein Verbrechen entdeckt. Möglich ist nach Meinung von Angehörigen ein Herzinfarkt. In russischen Medien stritten Experten darüber, ob sich Beresowski wegen Depressionen und finanziellen Problemen das Leben genommen haben könnte. Vertraute Beresowskis bezweifelten einen Selbstmord.

dpa


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