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Verletzte werden abtransportiert. Insgesamt sind 13 Menschen ums Leben gekommen, 50 weitere wurden verletzt.

Verletzte werden abtransportiert. Insgesamt sind 13 Menschen ums Leben gekommen, 50 weitere wurden verletzt. © Rahat Dar

Konflikte

Tote bei Anschlägen auf Kirchen in Pakistan

Bei einem Doppelanschlag auf christliche Kirchen während des Gottesdienstes sind in der ostpakistanischen Metropole Lahore mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen.

Islamabad. Zwei Selbstmordattentäter hätten am Sonntag zwei benachbarte Kirchen angegriffen, sagte ein Polizeisprecher.

Als Polizisten die Taliban-Kämpfer am Eingang der Gotteshäuser stoppen wollten, hätten sie ihre Sprengstoffwesten gezündet. Bei Ausschreitungen nach dem Anschlag wurden nach offiziellen Angaben zwei Menschen gelyncht.

Außer den Attentätern seien 15 Menschen ums Leben gekommen, sagte Khawaja Salman Rafiq, ein Regierungsberater in der Provinz Punjab. Rund 80 Menschen seien verletzt worden. Nach Krankenhausangaben schwebten sieben davon in Lebensgefahr. Die Polizei teilte mit, unter den Toten seien mindestens zwei Kinder.

Nach dem Doppelanschlag in dem verarmten Christen-Viertel Yohana Abad in Lahore lynchte ein aufgebrachter Mob zwei Menschen, die beschuldigt wurden, den Attentätern geholfen zu haben. Die beiden Männer seien bei lebendigem Leibe verbrannt worden, sagte ein Sprecher der Provinzregierung und fügte hinzu: "Das hätte nicht passieren dürfen." In Yohana Abad leben rund eine Million Christen. Es ist die größte Ansiedlung der religiösen Minderheit in Pakistan. Eine Taliban-Gruppe bekannte sich zu dem Anschlag auf die Kirchen.

Nach dem Anschlag demonstrierten in mehreren Städten Tausende Christen. Sie blockierten zeitweise den Verkehr und skandierten Sprechchöre gegen die Regierung, der sie vorwarfen, Angehörige der Minderheit nicht ausreichend zu schützen.

Papst Franziskus verurteilte die Anschläge und rief zu einem Ende der Verfolgung von Christen auf. "Unsere Brüder vergießen Blut nur deshalb, weil sie Christen sind", sagte das Oberhaupt der Katholiken beim traditionellen Sonntagsgebet am Petersplatz in Rom.

Der Bischof von Pakistans größter Stadt Karachi, Sadiq Daniel, sagte, die christliche Gemeinschaft in dem südasiatischen Land werde an diesem Montag einen Tag der Trauer begehen. Premierminister Nawaz Sharif kündigte an, das Militär werde weiter gegen die Taliban vorgehen. Sharif sagte religiösen Minderheiten Schutz zu.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich entsetzt. "Es ist schockierend, dass Terroristen gerade während der friedlichen Feiern christlicher Gottesdienste diese abscheuliche Tat verübt haben - und dass erneut Gotteshäuser Schauplatz tödlicher Angriffe geworden sind", hieß es in einer in Berlin veröffentlichten Erklärung.

Christen und Angehörige anderer religiöser Minderheiten - besonders Schiiten - sind in Pakistan immer wieder Ziel von Angriffen extremistischer Sunniten-Gruppen wie der Taliban. Bei einem Anschlag auf eine christliche Kirche in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar waren 2013 mehr als 80 Menschen getötet worden.

dpa


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